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Aus für Klamotte 2.0 in Grebendorf: Nach vier Jahren gibt Wirtin Jessica Waldmann die Kultkneipe auf

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Von: Stefanie Salzmann

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Voller Elan ist die Eschwegerin Jessica Waldmann vor vier Jahren mit der Grebendorfer Klamotte in die Selbstständigkeit gestartet. Jetzt gibt sie hoch verschuldet auf. Archiv
Voller Elan ist die Eschwegerin Jessica Waldmann vor vier Jahren mit der Grebendorfer Klamotte in die Selbstständigkeit gestartet. Jetzt gibt sie hoch verschuldet auf. Archiv © Stefanie Salzmann

Grebendorf – Fast genau vier Jahre ist es her, dass Jessica Waldmann die Grebendorfer Kultkneipe „Klamotte“ als „Klamotte 2.0“ nach nur zweimonatiger Renovierungspause neu eröffnete. Jetzt gibt die 37-Jährige – von allen nur Jessi genannt – auf.

Ende September ist erst mal wieder Schluss mit der Klamotte, am 30. September gibt es ab 17.30 Uhr ein Abschiedsgrillen und dann bleibt das Bierlokal, das in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, geschlossen. Nur für besondere und eigens gebuchte Veranstaltungen wird die Klamotte dann bis maximal Ende Januar kommenden Jahres geöffnet werden. Dann läuft der Pachtvertrag aus.

„Ich gebe jetzt hier was auf, wofür ich 300 Stunden im Monat gearbeitet habe“, sagt Jessica Waldmann – mit Schulden beim Finanzamt und ihrer Krankenkasse. „Ich bin ausgelaugt, habe mich festgefahren und will nicht mehr.“ Die Entscheidung, die Klamotte aufzugeben, habe sich nach dem Tod ihres Vaters im Sommer schon angebahnt, dass es aber nach den vom Finanzamt geforderten Steuernachzahlungen so schnell gehen müsse, damit habe sie nicht gerechnet.

Personallage immer schwieriger

2019, in ihrem ersten Jahr in Grebendorf, sei der Laden gut gelaufen, dann kamen mit Corona die Lockdowns, doch selbst die habe die Kneipe noch gut überstanden. Die Personallage sei immer schwieriger geworden und irgendwann blieben auch Gäste weg. „Die Leute haben nach der Pandemie gelernt, zuhause zu bleiben“, sagt Jessica Waldmann.

Mit dem Aus der Klamotte verlieren auch die beiden Fußball-Fanklubs „Bayernfront Frieda“ und „Stern des Südens“ aus Grebendorf ihr Vereinslokal. Bereits seit dem 22. August ist die Klamotte keine Sportsbar mehr, denn die Wirtin musste das Abo der Sky-Bundesliga kündigen.

Sorge macht der Wirtin nun ihre Nachfolge und die Schanklizenz, die an dem Lokal mit Bestandsschutz hängt. „Wenn die Klamotte erst mal zu ist, bleibt sie auch zu“, sagt Jessica Waldmann. Um die Kneipe dann wieder ans Laufen zu bringen, müsste sie vor allem brandschutztechnisch komplett überholt werden. „Da wird es hohe bauliche Auflagen geben.“

Die Klamotte war bis Juni 2018 zirka 15 Jahre von Matthias Mengel geführt worden, der auch zu den Männern der ersten Stunde der Klamotte gehörte.

Gaststätte auf drei Ebenen

Das urige Lokal befindet sich in einem der ältesten Gebäude Grebendorfs an der Oberen Dorfstraße. Die Gaststätte auf drei Ebenen hat rund 100 Quadratmeter Grundfläche und im Inneren rund 50 Sitzplätze. Im Sommer kommt der Biergarten noch dazu.

Eine Portion Klamotte können die Gäste noch mal am jetzt bevorstehenden Heimatfest am Wochenende genießen.

Am Donnerstag wird die Klamotte ab 18.30 Uhr geöffnet sein, am Sonntag ab 14 Uhr und am darauffolgenden Montag ab 18 Uhr. Freitag und Samstag bleibt das Lokal geschlossen.

Von Stefanie Salzmann

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