Kurze Wege für Berufsverkehr

Ausbau A44: Gemeindevertreter wollen Auffahrt im Ortsteil Wommen behalten

Seit langer Zeit stehen bereits die Pläne für den Bau der Autobahn 44 und damit auch dem Dreieck Wommen. Unser Archivbild ist schon im Oktober 2011 bei Waldkappel entstanden. Archivfoto: Uwe Zucchi/dpa
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Seit langer Zeit stehen bereits die Pläne für den Bau der Autobahn 44 und damit auch dem Dreieck Wommen. Unser Archivbild ist schon im Oktober 2011 bei Waldkappel entstanden.

Die Anschlussstelle der Autobahn 4 bei Wommen soll auch nach Fertigstellung der von Kassel kommenden Autobahn 44 für den öffentlichen Verkehr geöffnet bleiben.

Herleshausen/Wommen – Dafür wollen sich die Gemeindevertreter der Gemeinde Herleshausen einsetzen. Sie beschlossen in der vergangenen Sitzung einstimmig, sich mit diesem Anliegen an die zuständigen Behörden zu wenden.

Im Zuge des Baus der Autobahn 44 wurde im Feststellungsplan schon vor etlichen Jahren vom Land Hessen beschlossen, dass die Autobahnen – 44 und 4 – mit dem Wommener Dreieck (siehe Abbildung rechts) verbunden werden sollen. Sobald der Anschluss steht, soll dann allerdings, so lautet der Plan, der Anschluss Wommen für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden. Dann würde die Auf- und Abfahrt nicht mehr vom Berufsverkehr, sondern nur noch als Rettungsweg von Feuerwehr, Notarzt, etc. genutzt werden können.

Seit der Festlegung des Plans für die Autobahnen und die Anschlussstellen habe sich allerdings viel geändert, sagen nicht nur die Gemeindevertreter, sondern auch Bürgermeister Lars Böckmann. Inzwischen hätten sich viele Menschen aus dem benachbarten Bundesland Thüringen in und um Herleshausen und Wommen angesiedelt, die aber weiterhin zum Beispiel in Eisenach arbeiten würden. Der Arbeitsweg führt für sie über die Anschlussstelle Wommen. „Diese Wege werden dann länger“, erklärt Böckmann.

Er stehe hinter dem Anliegen der Gemeindevertreter und unterstütze dies. Wie auch die Mitglieder der WSRG, CDU und SPD sehe aber auch er, dass die Entscheidung nicht mehr auf Gemeindeebene liege. Der Bedarf habe sich zwar geändert. Der Erhalt der Autobahnanschlussstelle Wommen für den öffentlichen Verkehr könne inzwischen allerdings nur noch auf höherer Ebene gefällt werden. Die Fristen für die Gemeinde seien längst abgelaufen. Somit habe die Gemeinde Herleshausen keinen Rechtsanspruch mehr auf einen Erhalt.

Unsere Grafik zeigt den Autobahnanschluss bei Wommen.

Gibt es überhaupt noch eine Chance, dass die Autobahnanschlussstelle Wommen zusätzlich zum Dreieck Wommen erhalten bleibt? Ja, sagt der Bürgermeister, eine politische Chance existiere noch. Deshalb haben sich auch die Mitglieder der drei Fraktionen in der Gemeindevertretung zusammen getan und wollen nun an einem Strang ziehen. Udo Helmerich (WSRG), Erich Möller (CDU) und Helmut Wetterau (SPD) sprachen sich in ihren Redebeiträgen für einen Versuch zum Erhalt aus. Den Entscheidungsträgern in der Politik die Situation vor Ort zeigen, dies hält auch Rainer Müller (SPD) für einen guten Weg. Helmut Wetterau verweist in dem Zusammenhang auf den Erfolg, den man in der Vergangenheit auf diese Weise bei der Raststätte an der A 4 habe erzielen können.

Lothar Bierschenk von der SPD wundert sich indes, dass es seitens der Bevölkerung noch wenig Einwände gäbe. Ist sich aber sicher, ebenso wie Udo Helmerich, dass die Auswirkungen den Menschen noch nicht in der ganzen Tragweite bewusst seien. „Wir müssen jetzt bei den betreffenden Institutionen nachhaken“, fordert Helmerich. (Von Hanna Maiterth)

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