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Ausfälle bei der Post betreffen auch den Werra-Meißner-Kreis

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Unregelmäßige Zustellungen gebe es laut Einwohnern seit einiger Zeit. Nach den hessischen Sommerferien soll die Personaldecke bei der Post wieder aufgestockt sein.

Briefe und Pakete: Einwohner aus dem Werra-Meißner-Kreis hatten beklagt, dass die Post nicht mehr jeden Tage kommen würde. symbo
Briefe und Pakete: Einwohner aus dem Werra-Meißner-Kreis hatten beklagt, dass die Post nicht mehr jeden Tage kommen würde. (Symbolbild) © oliver berg/DPA

Jestädt – Von unregelmäßig zugestellten Briefen berichten Einwohner aus Jestädt. Ansonsten regelmäßig zugestellte Briefe oder Magazine träfen hier mit Verzögerungen ein. Pakete würden dagegen direkt geliefert werden.

Ein Mitarbeiter aus Nordhessen berichtet davon, dass es ein System gebe, nach dem nur an jedem zweiten Tag zugestellt werde. Generell bestünde das Problem, dass im ländlichen Raum Arbeitskräfte fehlen. Während in größeren Städten häufig Studierende zum Aushelfen hinzukämen, würden diese zusätzlichen Kräfte im ländlichen Raum fehlen. Er berichtet von einer hohen Anzahl von Kundenbeschwerden, die er in dieser Form noch nicht erlebt habe.

Ausfälle durch Urlaub und Krankheit sind spürbar

„Wir bewegen uns sozusagen mitten in der Gesellschaft“, erklärt Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group, mit Blick auf Ausfälle durch Urlaub und Pandemie. Er kann unter anderem über die Gebiete Auskunft geben, deren Postleitzahl mit den Ziffern 37 beginnt.

Anspruch der Deutschen Post sei es, dass der aktuelle Zustand nicht dauerhaft bleibe. Die Zustellung in einigen Bezirken wie dem Werra-Meißner-Kreis entspreche derzeit nicht der gewohnten Qualität, was man bedauere. Die Ausfälle während der Sommerferien habe man mit Vertretern zu kompensieren versucht. Am ersten Tag würden zwei Kollegen aus Nachbarbezirken die Arbeit mit übernehmen, bevor ein Ersatz einspringe.

Problematisch sei es, wenn es auch bei denen zu Krankheitsfällen kam oder noch kommt. Da die Sicherheit der Mitarbeiter im Vordergrund stehe, bleibe jeder Mitarbeiter mit positivem Corona-Test zuhause. Kutsch berichtet, dass teilweise Mitarbeiter aus der Verwaltung freiwillig in der Zustellung eingesprungen seien, wenn die Vertretungen gefehlt haben.

Bessere Situation nach Ende der Sommerferien

Nach den Sommerferien werde die Personaldecke wieder aufgestockt sein, da Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückkehren oder nach einer Erkrankung genesen sind. Aktuell könne auch die Hitze dazu beitragen, dass Mitarbeiter teilweise nicht so schnell wie üblich arbeiten können.

Kutsch erklärt, dass ein Mitarbeiter, der zusätzlich die Vertretung für einen Kollegen übernimmt, in dessen Bezirk eventuell nicht ortskundig sei oder während seiner Arbeitszeit nicht die gesamte zusätzliche Arbeit bewältigen könne. Dann müsse die Vertretung überlegen, welche Zustellungen für den Empfänger wichtiger sind.

Für Paket- und Briefsendungen gelte generell die gleiche Priorität. Allerdings warte der Empfänger eher auf ein Paket, da er das mit einem Wunsch bestellt habe. Zudem nehmen Pakete mehr Platz im Fahrzeug ein, sodass Mitarbeiter überlegen müssen, ob sie sie noch einen weiteren Tag transportieren können. Im Schnitt befinden sich laut Kutsch über 50 bis teilweise über 100 Pakete und zwischen 500 und 1000 Briefe in einem Fahrzeug. Die Anzahl an Paketen nehme zu und die der Briefe ab.

80 von 100 Briefen nach einem Tag ausliefern

In der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) aus 1999 ist festgelegt, dass im Jahresdurchschnitt 80 von 100 Briefen am ersten Werktag nach Einlieferung ausgeliefert werden. 95 von 100 müssen bis zum wiederum nächsten Tag zugestellt werden. Das besagt § 2, Abschnitt 3 der Verordnung. In Abschnitt 5 heißt es: „Die Zustellung hat mindestens einmal werktäglich zu erfolgen.“

Das gilt laut § 3, Abschnitt 4 ebenso für Pakete. Für Pakete gilt laut Abschnitt 2 auch, dass mindestens 80 von 100 bis zum zweiten Werktag nach Einlieferung ausgeliefert werden.

Der Schlüssel von 80 beziehungsweise 95 von 100 bezieht sich auf Sendungen im Inland. Bei Werbesendungen gelte laut Kutsch eine Auslieferung innerhalb von vier Tagen.

(Eden Sophie Rimbach)

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