Haus Schwalbenthal

Ausflugsziel verfällt weiter - Lösung noch immer nicht in Sicht

Das beliebte Ausflugsziel Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner, das ehemals zum Verweilen einlud, ist seit nun mehr als zehn Jahren geschlossen.
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Das beliebte Ausflugsziel Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner, das ehemals zum Verweilen einlud, ist seit nun mehr als zehn Jahren geschlossen.

Wegen eines Erdrutsches musste das beliebte Ausflugsziel Haus Schwalbenthal zwischen den beiden Landesstraßen am Hohen Meißner schließen – das war im Jahr 2010.

Meißner – Heute – 2021 – sind das Gebäude und die ehemalige Außenterrasse baufällig, der Hang immer noch nicht gesichert und eine Öffnung lange nicht in Sicht. Auch die Landesstraße Richtung Frau-Holle-Teich ist wegen akuter Hangrutschgefahr gesperrt.

Hessen Mobil teilte erst kürzlich auf Nachfrage mit, „das Planfeststellungsverfahren läuft“. Eigentümer Dieter Kohl, der das Haus Schwalbenthal vor etwa 20 Jahren gekauft hat, ist verärgert: „Solange solch unqualifizierte Leute am Wirken sind, wird das Haus Schwalbenthal weiterhin kaputt gehen.“

Die Gemeinde Meißner, die gerne etwas tun würde, kann nur zuschauen, wie Bürgermeister Friedhelm Junghans erklärt. „Wir sind weder Eigentümer noch Verursacher. Uns sind die Hände gebunden.“

Doch erst mal zurück zum Anfang. Das ist passiert: Etwa 2009 zeigten sich erste Risse am Haus Schwalbenthal sowie in der darüber und darunter verlaufenden Straße. Daraufhin wurden sogenannte Inklinometermessungen vorgenommen. Das Ergebnis zeigte, der Berg bewegt sich. Nur einige Zentimeter, dafür aber jedes Jahr.

Also musste Kohl seine Küche und somit sein Haus wegen Einsturzgefahr schließen. Es folgten über Jahre hinweg Diskussionen um die Sicherung des Hangs. Im Mittelpunkt stand dabei, wer die finanzielle Last zu tragen hat und ob dies nicht die Gemeinde Meißner oder der Eigentümer tun müsste. Die Gemeinde und der Werra-Meißner-Kreis hatten sich im Verlauf der Jahre dafür eingesetzt, dass eine Lösung gefunden wird.

Sie waren ebenfalls bestrebt, dass jemand den Hang sichert und das Kulturdenkmal wieder zu einem Ausflugsziel werden kann. 2015, fünf Jahre nach der Schließung, schien das Ziel nahe: Das Land Hessen versprach, die Kosten zur Stabilisierung der Landesstraße am Osthang des Hohen Meißners zu übernehmen.

Was folgte, waren Untersuchungen zu Schutzgütern in dem Bereich sowie Absprachen mit der Oberen Naturschutz- und der Oberen Forstbehörde. Als 2017 die Böschung oberhalb des Hauses abrutschte, wurde die Straße halbseitig gesperrt. Doch die Sicherung ließ weiter auf sich warten.

Anfang 2018 hieß es dann, eine 65 Meter lange und drei Meter hohe Spritzbetonwand solle den Osthang des Hohen Meißners am Schwalbenthal und somit auch das dort stehende denkmalgeschützte Haus und die Landesstraße sichern. Doch Hessen Mobil und Schwalbenthal-Eigentümer Dieter Kohl wurden sich über die Modalitäten nicht einig.

Streitpunkt war die genaue Verortung der Spritzbetonwand. Hessen Mobil wollte diese viereinhalb Meter weg von der Landesstraße in Richtung des Hauses bauen, um die Verkehrslast auf die Straße zu verringern. Kostenpunkt: 600 000 Euro. Kohl wollte, dass die Wand direkt an der Fahrbahn ansetzt, damit der Abstand zu seinem Haus möglichst groß ist. Kostenpunkt: 800 000 Euro.

Egal welche Option, Kohl hätte ebenfalls noch Geld in die Sanierung des Hauses stecken müssen. Das übernehme das Land nicht. Im Februar 2018 wurde dann ein Planfeststellungsverfahren angeschoben, dass im Frühjahr 2019 eingeleitet werden sollte. Zwei Jahre sollte das dauern. Das Verfahren läuft noch. Es solle für die „baurechtlichen Voraussetzungen“ sorgen, wie Hessen Mobil erklärt. An dem Plan von 2018 hat sich bei Hessen Mobil nichts geändert. » 

Von Hanna Maiterth

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