Da ging es richtig zur Sache

Ausraster am Set: HNA besucht Drehtag von "The Nude Chainsaw"

Bornhagen. Grüner Wald, so weit das Auge reicht, Wolken ziehen über den sonst blauen Himmel. Vögel zwitschern rund um Burg Hanstein kurz hinter der thüringischen Grenze. „Ich habe Hunger, ich fresse schon extra Schokoriegel. Davon bekomme ich Pickel, ich hab Vestopfung". Dieser Schrei einer Schauspielerin durchbricht die Stille.

Bei den Dreharbeiten für „The Nude Chainsaw" geht es richtig zur Sache.

15 Uhr. Ein Tross Elfen, schwarz gekleidet mit spitzen Ohren, kommt mir auf einer schmalen Pflasterstraße in Richtung Burg entgegen.

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Oben auf der Burg sitzt das Filmteam beisammen und das Gesicht von Regisseur Alexander MacG, dem Kopf der Seamaster-Pictures aus Hann. Münden, lässt vermuten, dass etwas nicht ganz ideal läuft. Die Elfen sind zu einem Restaurant zum Essen gelaufen, das heute nicht geöffnet hat. Wer an dieser Panne schuld ist? Unklar. Wieder auf dem Burgberg angekommen, rastet eine der Schauspielerinnen aus. Die Wut steht ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. „Nichts läuft, so eine Scheiße, von 9 bis 16 Uhr bekommen wir nichts zu Essen“ sind nur einige der Dinge, die sie beklagt. Zusätzlich zum Wunsch auf die Heimfahrt fallen ein paar Fäkalworte, die Berühmtheit und Kompetenz der Kollegen wird in Frage gestellt. Dann gibt’s Essen. Das ist in der Zwischenzeit mit einem Auto kurzfristig aus dem Nachbarort organisiert worden. „Mit Egos muss man umgehen können“, sagt Alexander MacG. „Das kracht mal richtig, am Ende wird’s dann aber richtig gut.“

Ideale Kulisse 

Für den Rest des Filmteams, die Schauspieler und Statisten geht die Arbeit am Set weiter. Vor der Kulisse der Burg wird eine Szene gedreht, in der sich die schwarzen Elfen offenbar auf einen Kampf vorbereiten. „Aaaaand Action please“, sagt Regisseur MacG, die Kamera läuft, die Schauspieler sind voll bei der Sache. Vom Disput um das Essen ist nichts mehr zu sehen - professionell geht die Arbeit weiter. „Normalerweise habe ich mein eigenes Filmteam dabei“, erklärt der Regisseur. „Das ist hier anders und bei so einem kleinen Team fällt eben besonders auf, wenn mal etwas schief geht.“

Filmdreh zu "The Nude Chainsaw"

Ideal für den Film sei die Kulisse der Burg Hanstein. „Die haben hier alles richtig gemacht und eben nicht alle Teile der Burg wieder aufgebaut. Das wurde viel zu oft gemacht“, sagt MacG. „Das sind hier in der Region unglaublich schöne Locations. Wir haben Produktionsassistenzen gesucht, hier aber kaum welche gefunden. Das macht es schwierig.“

Das Spektakel um den Kampf Elfen gegen Naturfrevel soll es im Sommer 2015 im Kino und im Internet zu sehen geben.

Hintergrund: So läuft der Dreh

Regisseur Alexander MacG braucht für seine Arbeit am Filmset einen Maskenbildner, Kostümbildner, First-Assistent-Director sowie einen Beleuchter. Die Kameraführung übernimmt der Mündener selbst.

Schwer bewaffnet: Drei Tage lang drehte das Filmteam „The Nude Chainsaw“ auf der Burg Hanstein. Im Bild Leng Yein und Stan Shanti (Mitte, von links). Sie sind in der Region weniger bekannt, haben aber eine große Fangemeinde im Internet. Foto: Mennecke

Der Drehbeginn ist morgens um 7 Uhr, gearbeitet wird bis zum Sonnenuntergang. MacG kommt jeden Morgen mit neuen Texten. „Bei mir bekommen die Schauspieler vorher das Script, aber nicht ihre Texte zum Auswendiglernen“, so MacG. Er passe die Texte an die jeweiligen Charaktere an - auswendig gelernt seien sie teils zu stelzig gesprochen. Nach dem Dreh ist die Arbeit noch nicht beendet. Sechs bis acht Monate dauere die digitale Nachbearbeitung. Stimmen werden synchronisiert, das Videomaterial digital nachbearbeitet.

Eine besondere Herausforderung beim Dreh unter dem freien Himmel ist das Wetter. „Die Anschlüsse der Szenen müssen nach jedem Schnitt passen“, sagt MacG. Mal sei die Sonne weg, dann muss händisch ausgeleuchtet werden. Die Farbe der Sonne wird digital am Computer hinzugefügt. Im Studio dagegen wird die Szene einmal eingeleuchtet und abgedreht. „Das ist einfacher“, so der Regisseur.

Von Konstantin Mennecke

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