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Parlament Meißner: Flächendeckender Ausbau des Glasfasernetzes beschlossen

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Von: Harald Triller

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Das schnelle Internet ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Kommune – Meißner setzt dabei auf die Firma UGG.
Das schnelle Internet ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Kommune – Meißner setzt dabei auf die Firma UGG. © Julian Strathenschulte/dpa

Abterode – „Das schnelle Internet ist die Grundlage für eine zukunftsfähige und innovative Infrastruktur einer Kommune, wenn sie für Wohn- und Gewerbeansiedlungen dauerhaft attraktiv sein will.“ Mit diesen Worten nahm Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans die Abgeordneten der Gemeindevertretung Meißner mit auf die Reise zum flächendeckenden Glasfaserausbau.

Friedhelm Junghans sah sich gezwungen, diese Präsentation selbst vorzunehmen, weil der angekündigte Mitarbeiter der für den Ausbau favorisierten Firma „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) wegen Coronaerkrankung kurzfristig passen musste. Es seien zwei Firmen, neben der UGG mit Sitz in Ismaning bei München noch die Goetel GmbH aus Göttingen, die, so der Verwaltungschef, im Fokus der Verhandlungen stehen.

Friedhelm Junghans: „Im Werra-Meißner-Kreis ist leider die Situation eingetreten, dass die Anbieter mit jeder Kommune einzeln verhandeln und somit keine einheitliche Patentlösung für die Bürger zustande kommt.“ Von daher streben, so Junghans, die Gemeinden in der Mitte des Werra-Meißner-Kreises Meißner, Berkatal, Waldkappel und Wehretal, eine einheitliche Lösung an.

Außenbereiche einbeziehen

Ganz wichtig sei für die Gemeinde Meißner, dass vor der Entscheidungsfindung gesichert sei, dass die Außenbereiche mit einbezogen werden. Der Bürgermeister nannte einige Beispiele innerhalb von Meißner, für die eine solche Tragfähigkeit wichtig sei, so für den Bergwildpark, die Grube Gustav, das Jugenddorf oder die Reithalle.

Bei der Präsentation hat er durchaus auch der Firma Goetel Vorteile eingeräumt, weil es sich um einen regionalen Anbieter (Göttingen) handelt, der seit 1998 auf dem Markt präsent ist und mit einer günstigen Tarifstruktur punkten kann. Dagegen monierte er die aggressive Vorgehensweise bei der Vermarktung, die leider nur lückenhaften Unterlagen sowie eine Vorvermarktungsquote von 30 Prozent aller Haushalte, bevor überhaupt der Ausbau realisiert werde.

Für die finanzstarke UGG spreche die jeweils 50-prozentige Beteiligung der Telefonica-Gruppe und der Allianz-Versicherung, der Ausbau ohne jegliche Vorvermarktung, die gesicherten Baukapazitäten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten, die offene Infrastruktur sowie den Ausbau aller bewohnten Liegenschaften in den sieben Ortsteilen, was nach Nachverhandlungen zugesichert werde. Als einzigen Nachteil warf Friedhelm Junghans in den Ring, dass die Firma erst seit 2020 auf dem Markt zu finden sei und folglich erst wenige Projekte umgesetzt habe.

Eine Gegenstimme, eine Enthaltung

Parlamentschef Matthias Schulze warf dennoch einen wichtigen Kritikpunkt ein: „In unserer Region liegt die Erde voll mit Kabeln, die viele Millionen gekostet haben, so erscheint es mir nicht logisch, dass die Röhren nicht genutzt werden können, sondern neue Baugräben entstehen.“

Bei der Abstimmung machte Unsere Grüne Glasfaser (UGG) das Rennen, wobei eine Gegenstimme (von Matthias Schulze) und eine Enthaltung im Protokoll festzuhalten sind.

Von Harald Triller

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