Tierische Geschichte

Autorin aus Roßbach liest aus ihrem Katzenkrimi

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Stand Pate für Kater Balboa: Anita Meybohm mit ihrer Samtpfote Johnny von der Mülltonne. 

Ein großer schwarzer Kater mit weißem Lätzchen und weißen Pfoten - Balboa genannt - ist der Hauptdarsteller im Erstlingswerk der gebürtigen Roßbächerin Anita Meybohm.

Aus dem Krimi wird sie am Freitag, 10. März, ab 19.30 Uhr im Gasthaus „Zur Linde“ in Roßbach lesen. Im Interview berichtet sie, wie es zum Buch gekommen ist.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Katzenkrimi zu schreiben?

Anita Meybohm: Ich habe mich schon immer für Krimis interessiert und als Richterin am Strafgericht auch von dieser Seite aus Zugang zum Thema. Außerdem bin ich eine große Tierfreundin und im Tierschutz aktiv.

Als ich vor ein paar Jahren mit meinem Mann nach Potsdam gezogen bin, haben wir den ausgesetzten Kater Johnny von der Mülltonne aufgenommen, der genauso aussieht, wie Balboa. Ich habe so viel Freude an dem Tier, dass ich mich im Urlaub in der Toskana in die Sonne gesetzt und Geschichten aufgeschrieben habe. Aus den Geschichten wurde ein Krimi.

Inwieweit gleichen Johnny und Balboa sich charakterlich?

Meybohm: Johnny ist nicht so freundlich wie Balboa. Die Kater aus dem Buch gibt es zwar, aber es sind nicht unbedingt Johnnys Freunde (lacht). Aber das Mutige von Balboa hat er und er ist ein Frauenheld. Die weiblichen Katzen aus der Nachbarschaft liegen ihm zu Füßen.

Die Katzen in Ihrem Buch haben alle sehr menschliche Charaktere?

Meybohm: Das sollte so sein. Es sollte keine klassische Tiergeschichte werden, sondern ein Krimi mit Katzen als Protagonisten.

Gibt es die Orte der Handlung wirklich?

Meybohm: Ja, die gibt es. Park Sanssouci zum Beispiel liegt gleich vor unserer Tür in Potsdam. Und es gibt auch das Abbruchhaus, die Meierei und die Straßen rundherum. Allerdings gibt es nicht so viele Ratten.

Haben Sie ebenso viele wild lebende Katzen und Gruppen, wie die Getigerten in Ihrer Umgebung?

Meybohm: Nein. Die Getigerten sind eine Anlehnung an Gruppierungen, die sich gegen Andersdenkende wenden. In einer früheren Fassung hatte ich sie die Braunen Tiger genannt.

Was erwartet die Zuhörer während der Lesung am 10. März?

Meybohm: Ich lese die Einleitung, in der man erfährt, wie der Kater Balboa dahin kommt, wo er ist. Dazu zwei ausgewählte Kapitel, darunter den ersten Mord und eine kleine Passage, in der der Täter zu Wort kommt. Die Zuhörer sollen damit in das Buch hineinschnuppern.

Ist das nächste Buch schon geplant?

Meybohm: Ja. Es wird wieder ein Krimi, der in Potsdam spielt. Diesmal aber mit einer menschlichen Hauptdarstellerin - einer Kommissarin.

Meybohms neuestes Werk "Tuxedo"

Balboa kann sich an nichts erinnern, als er gefunden wird – aber bei den beiden Menschen, die in Potsdam in der Nähe des Parks Sanssouci wohnen, hat der schwarz-weiße Kater ein neues Zuhause gefunden. Alles könnte so schön sein im Buch „Tuxedo“, der gebürtigen Roßbächerin Anita Meybohm. 

Balboa könnte seine Zeit damit verbringen, mit Katerfreunden durch den Park zu streifen und hübschen Kätzinnen den Hof zu machen –wäre da nicht der geheimnisvolle Fetzenmörder. Er lauert schönen Rassekatzen auf, tötet sie und fetzt ihnen das Fell vom Körper. Nicht nur, dass Balboa mit seinen Katzenkumpels Vincent, Caspar und etlichen anderen den Mörder stellen will, zudem greift auch noch eine Gruppe kampfgestählter getigerter Kater, die alle Rassekatzen als minderwertig betrachtet, nach der Macht im Viertel und eine große Horde Ratten droht, in die Stadt einzufallen. Es braucht von Balboa und seinen Freunden viel Witz, Mut und detektivisches Geschick, um alles zu einem guten Ende zu bringen. 

Mit ihrem Erstlingswerk hat die Richterin Anita Meybohm einen gelungenen Krimi zu Papier gebracht. Unter den Katzen, die liebevoll in ihren Eigenarten beschrieben werden, menschelt es dabei. Da herrscht Eifersucht, wenn Nachbarskater Tassilo mit der von Balboa verehrten Roxane anbandelt. Nelson ist der weise Kater, der auch medizinische Diagnosen erstellt und es gibt den hinterhältigen Tyson. Freiheitsliebende Katzen leben in einer Art WG, unterstützen und versorgen sich gegenseitig. Beim Katertreffen plant die Herrenrunde die nächsten Schritte gegen Fetzenmörder, Getigerte und Ratten. Nicht zu vergessen Igel Willibald, der den einen oder anderen Hinweis gibt. Durch die Vermischung menschlicher und kätzischer Eigenarten bereitet das Buch gerade durch die viel Spaß. Etwa, wenn Balboa mit messerscharfer Logik Situationen analysiert, um kurz danach im Kohlenkeller Angst um seine strahlend weißen Pfoten zu haben. 

Fazit: Ein kurzweiliger Lesespaß mit manch unerwarteter Wendung, nicht nur für Katzenfreunde. 

Info: Das Buch kostet 9,90 Euro und ist ab dem 10. März erhältlich bei den Buchhandlungen Hassenpflug in Witzenhausen, Heller in Hessisch Lichtenau und Vogeley in Bad Sooden-Allendorf.

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