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Awo will Alltagshürden für Senioren abbauen

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Von: Emily Spanel

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Inklusion kann nicht warten: Im Sinne der Eschweger Senioren ist rasches Handeln geboten, sagen (von links) Werner Schwatlo, Alisa Wetzel und Hans Jürgen Bubenik.
Inklusion kann nicht warten: Im Sinne der Eschweger Senioren ist rasches Handeln geboten, sagen (von links) Werner Schwatlo, Alisa Wetzel und Hans Jürgen Bubenik. © Emily Hartmann

Eine Treppe hinauflaufen, die Lücke zwischen sausenden Autos abpassen, um eine Straße überqueren zu können, trockenen Fußes in einen Bus einsteigen.

Eschwege – Alltäglich für die einen, schier unüberwindbare Hürden für die anderen – zumindest, wenn sie allein unterwegs und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. „Vor allem ältere Menschen sehen sich oft mit enormen Einschränkungen in Alltagssituationen konfrontiert“, sagt Werner Schwatlo, einer der drei Vorsitzenden des Arbeiterwohlfahrt (Awo)-Ortsvereins Eschwege.

„Eschwege kann in Sachen Barrierefreiheit mehr“ – dessen ist sich Hans Jürgen Bubenik, ebenfalls Vorsitzender des Awo-Ortsvereins, gewiss. Mit großem Enthusiasmus beteiligen sich die Mitglieder des Ortsvereins deshalb an den nordhessenweiten Awo-Aktionstagen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (25. April bis 8. Mai).

Wünsche, die das Leben der Eschweger Senioren leichter machen würden, gibt es viele: dass man mit Zebrastreifen statt der in Eschwege üblichen Überquerungen mit Mittelinsel leichter über viel befahrene Straßen kommen würde beispielsweise, dass die Verbindungen der Seniorenzentren in die Stadt barrierefrei werden, dass Bushaltestellen überdacht und der Autoverkehr zurückgedrängt wird – und dass es ein partnerschaftliches Miteinander gibt, das Senioren ganz selbstverständlich in die Gesellschaft ein- und nicht ausschließt.

Für Mittwoch, 4. Mai, lädt der Awo-Ortsverein deshalb zu einem Perspektivenwechsel ein. „Unsere Aktion soll Barrieren in Eschwege sicht- und erlebbar machen“, sagt Alisa Wetzel, Quartiersmanagerin bei der Awo Nordhessen. „Gemeinsam wollen wir in den Austausch kommen; Hindernisse und Barrieren aufdecken.“

Die Veranstalter – der Awo Kreisverband Werra-Meißner, der Awo-Ortsverein Eschwege und das Awo-Quartier am Leuchtberg – haben dafür eigens einen Linienbus gechartert, der eine Fahrt von den Seniorenzentren Cyriakusstraße und Döhlestraße zum Bahnhof simuliert – mit allen ihren Hürden für ältere Menschen.

Danach geht es zu Fuß weiter zum Ärztehaus. „Senioren und alle Bürger, die sich aus erster Hand informieren möchten, sind eingeladen, an dieser Fahrt teilzunehmen“, sagt Alisa Wetzel. Treffpunkt ist ab 15 Uhr die Awo-Wohnanlage Alte Brauerei, Cyriakusstraße 23. Der Linienbus fährt dort um 15.15 Uhr ab.

Alternativer Treffpunkt ist ab etwa 15.45 Uhr das Ärztehaus am Bahnhof. Dort wird es weiteres Informationsmaterial geben; und auch für Speisen und Getränke ist am Nachmittag gesorgt.

Die Veranstaltung in Eschwege endet gegen 17.30 Uhr. Vorherige Anmeldungen zur Busfahrt sind nicht nötig; die am Veranstaltungstag Mittwoch, 4. Mai, gültigen Corona-Hygienevorschriften sind unbedingt zu beachten. (Von Emily Hartmann)

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