Werra-Meißner-Kreis

Azubis sind zurückhaltend: Kleine Betriebe durch Krise besonders geschwächt

Ein Schild der Arbeitsagentur am Eingang.
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Symbolbild: Ein Schild der Arbeitsagentur am Eingang.

Sowohl künftige Schulabgänger als auch Ausbildungsbetriebe sind wegen der anhaltenden Pandemie zurückhaltend. Das berichtet Cornelia Harberg, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit.

Werra-Meißner - Die Entwicklung des Ausbildungsmarkts sei im Werra-Meißner-Kreis aber trotzdem noch vergleichsweise stabil. „Im April 2021 gab es 491 Ausbildungssuchende, das sind 13 Personen weniger als im Vorjahresmonat. Außerdem wurden 506 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind sogar 16 Stellen mehr als im April 2020“, sagt Harberg. Die Zahlen seien allerdings nur eine Momentaufnahme. Die endgültige Bilanz des Ausbildungsjahres werde erst am 30. September gezogen.

Johannes Thomas von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner verzeichnet tendenziell einen leichten Rückgang in der Zahl der Ausbildungsbetriebe. Er sagt: „Insbesondere kleine Betriebe, die stark von der Krise betroffen sind, überlegen, ob sie momentan ausbilden.“

Es zeige sich aber auch, dass es weniger Bewerber gebe. „Das liegt zum einen an den eingeschränkten Möglichkeiten, momentan Praktika durchzuführen und so Betriebe und Berufsbilder kennenzulernen. Wir beobachten aber zum anderen auch, dass viele Jugendliche zunächst den höchstmöglichen Schulabschluss anstreben und dann studieren wollen.“ Dies mache es besonders für handwerkliche Betriebe schwer, geeignete Auszubildende zu finden.

Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Werra-Meißner, sagt: „Seit Jahren haben Handwerksbetriebe das Problem, Jugendliche für eine Ausbildung zu finden. Es gibt mehr Stellen als Bewerber.“ Grundsätzlich habe daran auch die Coronapandemie nichts geändert. „Es gab durch die Schließungen im Friseur-Handwerk durchaus Einschränkungen, jedoch hat grundsätzlich die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk nicht abgenommen.“

In den gewerblich-technischen Berufen werden laut Enrico Gaede von der IHK Kassel-Marburg weiterhin Bewerber gesucht, allerdings gebe es auch dort nicht ausreichend Bewerber. „In Branchen, die sich im Lockdown befinden, wie etwa in der Gastronomie oder der Veranstaltungsbranche, sind auch die Ausbildungsplatzangebote rückläufig. Dennoch versuchen viele Betriebe weiter auszubilden, um den zu erwartenden Fachkräftemangel entgegenzusteuern“, sagt Gaede.

Online Messe zum Informieren

Die Ausbildungsmesse „Perspektiven“ soll am 25. September als digitale Messe stattfinden. „Es gibt einen digitalen Live-Messetag, an dem sich die Betriebe vorstellen können. Sie können Live-Streams aus den Unternehmen senden und Einzel- sowie Gruppengespräche führen. Zusätzlich bekommen sie die Möglichkeit, für sechs Monate mit einem virtuellen Messestand auf der Messe-Plattform vertreten zu sein“, sagt Johannes Thomas von der Wirtschaftsförderung.  (Anna Weyh)

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