Azubis des Tankfahrzeugherstellers Esterer im Finale bei Wettbewerb

Wettbewerbsbeitrag mit Köpfchen: Burak-Can Günesgör (von links), Ausbilder Alexander Lehmann, Christoph Faber, Johanna Sauer, Geschäftsführer Harold Esterer, Dennis Faber, Stefan Stenzel, Lena Pondroff und David Madzelewski in der neu eingerichteten Auszubildendenfertigung. Foto: De Filippo

Helsa / Werra-Meißner. Eine clevere Idee, die Zeit und Geld spart: Damit stehen die Auszubildenden des Tankfahrzeugherstellers Esterer aus Helsa im Finale des Nachwuchswettbewerbs „Meine Zukunft".

Jährlich prämiert der Arbeitgeberverband Hessenmetall die besten Entwicklungen von Lehrlingen, Studierenden und Trainees. Auf die Sieger warten unter anderem eine Auszeichnung und Sachpreise. „Auszubildendenfertigung“ ist der Titel des Projekts, mit dem das Esterer-Team aus Helsa beim Wettbewerb antritt. Dahinter verbirgt sich ein wirklich durchdachtes Konzept: Kleinteile, die beim Bau von Tankwagen benötigt werden - je nach Modell und Kundenwünschen sind das bis zu 115 Stück - werden künftig nicht mehr von externen Dienstleistern bezogen, sondern vor Ort von den Auszubildenden gefertigt.

„Das bietet viele Vorteile“, weiß Johanna Sauer, Auszubildende im zweiten Lehrjahr. „Bauteile wie Halterungen und Leisten werden schnell hergestellt und geliefert. So entstehen keine Produktionsverzögerungen.“

Auch Nacharbeiten sind auf kurzem Wege möglich. Zudem entfielen Liefer- und Bestellkosten. „Durch das neue Konzept spart das Unternehmen etwa 35 Prozent ein“, erklärt Sauer, die eine von zwei weiblichen Auszubildenden bei Esterer ist.

Seit zwei Monaten ist die Auszubildendenfertigung bereits in Betrieb. Untergebracht ist sie in einem vormals ungenutzten Lagerraum, der nun mit Werkbänken, Schweißgeräten, einer Standbohrmaschine und vielen weiteren Werkzeugen ausgestattet ist.

In den Regalen liegen Modelle vieler Kleinteile, und an der Wand hängt ein Plan, der die aktuell benötigten Elemente zeigt. „So haben die Auszubildenden alle Aufträge stets im Blick“, sagt Ausbilder Alexander Lehmann. Das selbstverantwortliche Arbeiten in der eigenen Werkstatt sei auch ein Gewinn für die Ausbildung.

„Wir sind beeindruckt, wie motiviert und kreativ unsere Auszubildenden sind“, sagt Harold Esterer, Geschäftsführer des Helsaer Familienunternehmens. Die Idee zur Auszubildendenfertigung hätten sie absolut selbstständig entwickelt und mit großem Engagement an der Umsetzung gefeilt - vom idealen Produktionsablauf bis hin zur personellen Planung. „Ich bin stolz auf diese junge Truppe.“

Die Konkurrenz ist groß: Beim Nachwuchswettbewerb machen diesmal 27 Teams aus ganz Hessen mit. Der Beitrag der Firma Esterer ist allerdings der einzige der Region. Gestern präsentierten vier der 13 beteiligten Auszubildenden, von denen viele aus dem Werra-Meißner-Kreis kommen, ihren Beitrag vor einer Jury - und überzeugten: Das Team kam eine Runde weiter und muss sich nun nur noch beim Finale in Frankfurt am 22. Februar behaupten.

Von Pamela De Filippo

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