Kammerbacher plante zwei Jahre lang

1400 Kilometer: Mit dem Traktor auf große Tour in französische Partnerstadt Landivisau

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Es kann losgehen: Bernd Hoffmann erfüllt sich einen Traum und will mit dem alten Gespann 1450 Kilometer in die Partnerstadt von Bad Sooden-Allendorf nach Landivisiau in der Bretagne fahren.

Kammerbach. Am Samstag geht es nach mehr als zwei Jahren Planung – inzwischen existiert ein prall gefüllter DIN-A-4-Ordner – endlich los: Bernd Hoffmann (68) aus Kammerbach erfüllt sich einen jahrelangen Traum und fährt mit seinem 56 Jahre alten Oldtimer-Traktor Kramer Pionier S, 14 PS, Baujahr 1961, und einem kleinen Hymer-Caravan, Baujahr 1996, nach Landivisiau in der Bretagne.

Mit der Partnerstadt von Bad Sooden-Allendorf hat sich über viele Jahre eine intensive Freundschaft, besonders zu der Familie Cren, entwickelt, es gab immer wieder gegenseitige Besuche, die sich auch auf die Kinder beider Familien erweitert haben.

Die Fahrt wird besonders dadurch interessant, dass Hoffmann noch nie Camper war und mit seinem Traktor nicht über die Dorfgrenzen von Kammerbach gefahren ist. Die 1450 Kilometer lange Strecke geht ausschließlich über Nebenstraßen. Geplant sind 70 Kilometer pro Reisetag, die in etwa sechs Stunden zurückgelegt werden können. Insgesamt hat Hoffmann wohl 21 Etappen zurückzulegen, er rechnet mit einer Reisezeit von einem Monat. „Gefällt es mir irgendwo, bleibe ich auch einige Tage, es drängt mich ja niemand“, sagt Hoffmann.

Ein weiteres Problem könnte das fehlende Dach über dem Traktor werden, bei starkem Regen kann er nicht weiterfahren, da seine Regenkleidung für solch extreme Wetterverhältnisse nicht geeignet ist. An Bord gibt es selbstverständlich ein Navigationsgerät, für Aufenthalte außerhalb eines Campingplatzes hat er sich ein Honda-Stromaggregat zugelegt und ist damit absolut autark.

Seine Ehefrau Ute wird in dieser Zeit das Bad im eigenen Haus in Kammerbach erneuern lassen. „Mit Bernd ist das sehr schwierig, er mag keine Handwerker im Haus haben, das ist ihm alles zu laut und störend, die Zeit muss ich nutzen“, sagt sie lachend – und ihr Mann erklärt sich damit einverstanden. Die Rückführung von Traktor und Caravan ist bisher nur locker angedacht, Hoffmann schließt nicht aus, dass es eine Rückfahrt über die Schweiz geben könnte. Während der Reise wird er unserer Zeitung einige Fotos zusenden.

Tatsache ist und bleibt: Die Tour wird für Bernd Hoffmann ein Sprung ins kalte Wasser, er geht aber alles mit einer positiven Einstellung an und ist sicher, dass alles klappt. Er selbst und sein Gespann sind 145 Jahre alt, das spricht für viel Erfahrung. 

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