5000 Stunden Eigenleistung: Kleinvachs Feuerwehr erweitert Gerätehaus

Von der Sohle bis zum Dach: Fast alles machten die Freiwilligen der Kleinvacher Feuerwehr selbst, hier wird der Beton gegossen. Ganz vorn mit dabei war Ralf Börner (links). Foto: Feuerwehr Kleinvach

Kleinvach. Lange hat die Freiwillige Feuerwehr von Kleinvach ein Auge wegen ihres zu kleinen Gerätehauses zudrücken müssen. Nun haben die Brandschützer die Ärmel hochgekrempelt und das Haus mit enormer Eigenleistung erweitert.

Die Schulung der bis zu 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr erfolgte in einem leer stehenden Fachwerkhaus, der kleine Mannschaftsbus stand unter freiem Himmel, die Spinde waren noch neben das große Löschfahrzeug gequetscht - dieser jahrelange Zustand der Enge für die Freiwillige Feuerwehr von Kleinvach ist vorbei.

Die Brandschützer des südlichsten Bad Sooden-Allendorfer Stadtteils haben quasi ein neues Feuerwehrgerätehaus - und sie haben es sich selbst geschaffen. Vor gut zwei Jahren haben die Männer und Frauen in die Hände gespuckt und vom Gießen der Betonsohle bis zum Decken des Daches sowie den Innenarbeiten alles in Eigenleistung übernommen.

Dabei sind, bilanziert Gerhard Hübenthal, rund 5000 Arbeitsstunden zusammengekommen. Lediglich der Dachstuhl und der Außenputz wurden von Firmen übernommen, die Stadt trug zusammen mit dem Land Hessen die Kosten für jegliches Material.

Der Altbau, der vor gut 20 Jahren entstand, wurde in das neue Gebäude integriert. Das Gerätehaus ist nach den aktuellen Standards ausgebaut und jetzt mehr als doppelt so groß. Es bietet nicht nur separaten Platz für die Spinde der 33 Aktiven und der zehn Jugendlichen sowie zum Umkleiden, sondern verfügt auch über einen Schulungsraum samt kleiner Küchenecke.

Auch Toiletten sind nun vorhanden. Und der VW-Transporter hat eine eigene kleine Garage. Sogar über eine „vernünftige Heizung“, sagt Gerhard Hübenthal, mit Klimaanlage zum Entfeuchten der Einsatzbekleidung verfügt das Haus jetzt.

Für alle diese Errungenschaften haben 40 bis 50 Freiwillige seit 2013 intensiv gearbeitet, „bei jedem Wind und Wetter“ und sogar bei 36 Grad im Schatten, wie Hübenthal berichtet. Zehn bis zwölf Mann seien jeden Freitagnachmittag und am Samstag immer aktiv gewesen.

Erinnerung an Ralf Börner 

Und wäre der Feuerwehrmann Ralf Börner, der als gelernter Putzer viel Fachwissen und Organisationstalent hatte, Mitte vorigen Jahres nicht in kurzer Zeit einer heimtückischen Krankheit erlegen, wäre alles noch schneller gegangen. Ralf Börner war, bestätigt auch Mitstreiter Nils Brocke, der Hauptantreiber mit viel Übersicht. An ihn wird bei der Einweihungsfeier am Samstag bestimmt besonders gedacht.

Feierliche Einweihung am Samstag 

Der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Kleinvach soll gebührend gefeiert werden. Dazu hat Wehrführer Thomas Kohlstädt für Samstag, 25. Juli, ab 17 Uhr eingeladen. Neben benachbarten und befreundeten Feuerwehren werden auch Gäste wie Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix und Abordnungen der städtischen Gremien und der Feuerwehr-Führung erwartet. Am Rande will die Kleinvacher Feuerwehr nicht nur ihr vergrößertes Domizil vorführen, sondern auch einen Überblick über die Entwicklung der Technik im Löschwesen im Laufe der Zeit geben. Sogar die uralte Hochdruckspritze wird dann gezeigt.

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