Aalbesatz ist die letzte Aktion als Verein

Aalbesatz: Frank Hix (mit Eimer), Vorsitzender der Bürgerinitiative Rettet die Werra, und Vertreter der heimischen Angelvereine (von links) Holger Zbierski (Bad Sooden-Allendorf), Dieter Bülchmann (Witzenhausen), Michael Claus (Bad Sooden-Allendorf) und Edmund Grunewald (Witzenhausen) setzten schon im Herbst junge Aale in der Werra ein. Foto: privat

Bad Sooden-Allendorf. Die Bürgerinitiative „Rettet die Werra" löst den Verein auf, will aber aktiv bleiben.

„Wir haben viel bewegt, sind aber noch nicht am Ziel“, resümierte Frank Hix, der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Werra“, die zurückliegenden zehn Jahre im Bemühen um eine sauberere Werra und Weser. Zum Jahresende haben Hix und seine Mitstreiter den Verein, der vor zehn Jahren gegründet wurde, aufgelöst.

Gleichwohl wollen sie sich insbesondere für eine umweltverträgliche Entsorgung der Salzabfälle von K+S und damit den Erhalt der Arbeitsplätze in der Kali-Industrie einsetzen, heißt es einer Pressemitteilung. Die Auflösung des Vereins sei nur erfolgt, um bei größeren Veranstaltungen unter anderem versicherungsrechtlich abgesichert zu sein.

„Wir haben damals einen Flächenprotest in mehreren Bundesländern ausgelöst, wodurch das Problem der Versalzung in den öffentlichen Fokus rückte“, reklamiert Hix für die BI. Mit Protestaktionen, wie „Rock gegen Salz“ und der Rad-„Tour de Salz“, Vortragsreihen, Unterschriftensammlungen und Demonstrationen seien viele Mitstreiter aus Politik, Unternehmern, Natur- und Tourismusverbänden gewonnen worden.

Durch den Runden Tisch Werra/Weser Gewässerschutz und Kaliproduktion, an dem Hix als Vertreter saß, sei eine gute Lösung erarbeitet worden, die allerdings in den wesentlichen Punkten weder von K+S noch von der Landesregierung umgesetzt wird. „Es wird weiterhin auf die Versenkung und Einleitung in die Werra gesetzt“, beklagt der BI-Vorsitzende. Dadurch gefährde das Unternehmen und die Landesregierung den Erhalt der Arbeitsplätze in der Kali-Industrie.

„Heute liegt fast alles in den Händen der Europäischen Gremien, den Gerichten und Behörden“, erklärte Hix. Die BI als Verein mit all den Formalitäten sei damit nicht mehr erforderlich. Wenn es nötig sei, werde man aber jederzeit als BI weitermachen, teilte Hix mit. Und die gemeinsamen Kanutouren mit dem BUND Werra-Meißner sollen weiterhin stattfinden.

Vom Vereinsvermögen wurde mit 55 Kilogramm Aalbesatz im Wert von rund 1200 Euro etwas für die Werra, aber auch für den vom Aussterben bedrohten Aal getan. Bis heute sei es nicht gelungen, Aale künstlich zu vermehren. Da aber immer mehr Menschen Aale in ganz jungem Stadium, die sogenannten Glasaale, als Delikatesse verspeisten, kämen immer weniger Aale in den Fließgewässern an.

Gemeinsam hatten Bürgerinitiative sowie die Angelvereine aus Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen schon im Herbst Aale in die Werra eingesetzt.

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