Von Bedeutung für Tourismus, Bibelgarten und Winterkirche

Ein Abendmahl aus Steinen: Umgestalteter Kirchplatz vor St. Crucis

Abendmahl aus Steinen: Auf dem Platz vor der St.-Crucis-Kirche in Allendorf haben ehrenamtliche Mitstreiter des Bibelgarten-Teams einen Tisch und eine Gruppe mit 13 Sitzsteinen aufgestellt. Unser Bild zeigt (von links) Hartmut Haase, Fred Klingler, Bürgermeister Frank Hix, Jürgen Meyer und Werner Voss. Es fehlen Walter Bremser, Gerhard Rademacher und Günther Steinfeld. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Am Ende der Grünfläche auf dem Platz vor der St.-Crucis-Kirche in Allendorf stehen seit Kurzem ein überdimensional großer Tisch und 13 große Sandsteine.

Damit wollen die ehrenamtlichen Mitstreiter vom Bibelgarten-Team das Abendmahl darstellen. Eine ähnliche Abendmahl-Anordnung in Papenburg hatte die Allendörfer bei einem Treffen deutscher Bibelgärtner auf diese Idee gebracht. Und da ihr Kirchplatz sowieso umgestaltet wird, sagten sie sich: „Das machen wir auch.“

Als Tischplatte hat die Truppe - dank der Zustimmung durch die Stadt - einen ganz besonderen Stein verwendet: Den alten Schandstein, an dem bis zum 30-Jährigen Krieg Kleinkriminelle wie Taschendiebe und Salzfrevler per Halseisen auf dem Allendörfer Marktplatz an den Pranger gestellt worden waren.

Danach wurde der Stein im Rockenroth als Gerichtstisch verwendet, wo er lange lag. Zuletzt befand er sich ohne Funktion gegenüber dem Diebesturm.

Beim Transport zum Kirchplatz und beim Auflegen auf steinerne, von der Familie Lehmann gestiftete Tischbeine freuten sich die Initiatoren über die Hilfe durch einen kleinen Kranwagen der Großalmeröder Gerüstbaufirma LMS.

Nun habe der Stein einen wichtigen Platz gefunden, lade das steinerne Ensemble doch ein, sich niederzulassen, sagt Bürgermeister Frank Hix. Auch für den Tourismus gewinne der Kirchplatz zudem durch Bibelgarten und künftig die Winterkirche mehr an Bedeutung.

Die Zahl der Sitzsteine, 13, wurde nach der Anzahl der Jünger gewählt, die so symbolisch dargestellt werden sollen. In ihrer Mitte befindet sich - nicht größer, sondern eher etwas kleiner - der Platz von Jesus. Hinter ihm soll, ebenso wie der Platz mit neuer Bepflanzung weiter gestaltet wird, noch ein Judasbaum eingepflanzt werden. Auch werden an allen Steinen Namensschilder angebracht.

Diese Steine fand das Kirchplatz-Team durch Zufall. Es handelt sich um Viertelsteine der ehemaligen Mittelsäulen des Kirchenschiffes. Sie waren nach dem 30-jährigen Krieg, bei dem die Crucis-Kirche größtenteils zerstört wurde, zum Vermauern eines alten Durchgangs verwendet worden. Kürzlich brachen genau dort die Winterkirchen-Arbeiter wieder durch und legten die Säulen-Fragmente frei.

Das „Abendmahl“ wird am kommenden Sonntag, 14. Juni, seiner gottesdienstlichen Bestimmung übergeben werden. Bei einem Festgottesdienst ab 10.30 Uhr auf dem Kirchplatz dient der Steintisch dann als Altar.

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