Tausende Euro Verlust

Absage der Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf bringt Verein in Bedrängnis

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Wird es diesmal nicht geben: das bunte Bild beim Festzug zum Abschluss der Märchenwoche, wie hier 2018.

Eigentlich hätte sie Ostern beginnen sollen: Die 26. Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf. Aber wegen der Corona-Pandemie wird daraus nichts – mit schlimmen Folgen für den Veranstalter.

Der Ausfall der Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf reißt in die Kasse der Veranstalter ein Loch von mehreren tausend Euro.

Der Verlust, den sie in Euro und Cent nicht beziffern wollte, belaufe sich auf „eine vierstellige Summe im oberen Bereich“, bilanzierte Vorsitzende Petra Jathe von der Arbeitsgemeinschaft Märchenhaftes Bad Sooden-Allendorf auf Anfrage. „Für unseren Verein dramatisch“, fügte sie hinzu.

Schon im September hätten die 19 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft in ehrenamtlicher Arbeit mit den Vorbereitungen des siebentägigen Großereignisses begonnen.

Als bunte Ansteckplaketten seien 800 Märchenbuttons im Januar geprägt, einen Monat später die 36-seitige Hochglanzbroschüre mit dem gesamten Programm lokal und regional 15 000-fach verteilt worden. Eigentlich sollte dieses Druckwerk durch Inserate finanziert werden. Die Rechnungen an die insgesamt 56 Anzeigenkunden seien aber wieder zurückgezogen worden. Nunmehr werde die Broschüre eingestampft.

„Wir müssen gucken, wie wir aus dieser Sache rauskommen“, sagte Jathe. Anderen Vereinen gehe es genauso, und die müssten auch damit fertig werden. Zugleich versicherte sie: „Es geht definitiv weiter.“ Möglicherweise würden die Buttons mit der dann falschen Jahreszahl im nächsten Jahr zum Kauf angeboten. Entschieden sei das aber noch nicht. 

Kommt eventuell 2021 zum Zug: di e Ansteckplakette für die 26. Märchenwoche.

Offen bleiben muss nach Darstellung der Vorsitzenden zunächst auch die Frage, ob die VR-Bank Mitte, die diesmal dafür vorgesehen war, im nächsten Jahr Schirmherr der Märchenwoche sein werde. Dazu werde es noch Gespräche geben. Wegen der Absage der Märchenwoche entgehen Musikfreunden zwei hochkarätige Events, so das als Eröffnungsveranstaltung geplante Klavierkonzert von Justus Frantz mit Werken von Ludwig van Beethoven und ein frühlingshaftes Chorkonzert mit fünf Chören aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Leidtragende sind auch die heimische Gastronomie und Hotellerie, die bei vielen tausend Besuchern zur Märchenwoche stets gute Umsätze machten.

Fazit: Die goldene Gans, die nach einer Erzählung der Brüder Grimm einem jungen Burschen Reichtum und eine Königstochter als Gemahlin bescherte, hat als Motiv des Märchenbuttons der Badestadt kein Glück gebracht.

Von Chris Cortis

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