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Historische Salz-Verordnung kommt ins Bad Sooden-Allendorfer Stadtarchiv

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Von: Stefan Forbert

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Ein seltenes und zufällig gerade besonders in die Zeit passendes Dokument haben Gerhard Rademacher (links) und Uwe Friederich vom Verein für Heimatkunde Bad Sooden-Allendorf mit der 450 Jahre alten Verordnung erworben.
Ein seltenes und zufällig gerade besonders in die Zeit passendes Dokument haben Gerhard Rademacher (links) und Uwe Friederich vom Verein für Heimatkunde Bad Sooden-Allendorf mit der 450 Jahre alten Verordnung erworben. © stefan forbert

Der Verein für Heimatkunde Bad Sooden-Allendorf hat ein wertvolles Dokument erstanden.

Bad Sooden-Allendorf – „Neun, zehn, elf, zwölf und mehr Taler“ sollen die Salzsieder von Allendorf damals, vor 450 Jahren, für eine Pfanne in Sooden gewonnenen Salzes verlangt haben. Dazu hatten sie die Pfannen zunächst selbst ersteigert und dann beim Weiterverkauf ein paar Taler aufgeschlagen.

Dieser Wucher – heute würde man sagen, eine Frühform der Marktwirtschaft – war dem Landgrafen in Kassel ein Dorn im Auge, zumal er seit 1540 doch Herr des Salzwerkes war.

Und so erließ Wilhelm IV., von 1567 bis 1592 erster Landgraf und Begründer der Linie Hessen-Kassel, eine Verordnung gegen die von den Salzsiedern eigenmächtig erhöhten Salzpreise. Von dieser Verordnung mit einem papiergedeckten Siegel anstelle der Unterschrift des Landgrafen, die einst mehrfach erstellt und ausgegeben worden sein dürfte, ist nun ein Original in den Besitz des Vereins für Heimatkunde in Bad Sooden-Allendorf gelangt.

Uwe Friederich und Gerhard Rademacher hatten beim unregelmäßigen Blick ins Internet auf der Suche nach interessanten Zeugnissen der regionalen Historie diese seltene Urkunde entdeckt, deren Existenz durchaus bekannt war.

Schließlich konnten sie das 42,5 x 32 Zentimeter große Papier für den Geschichtsverein erwerben. Ursprünglich war es für 800 Euro angeboten worden, man habe den Preis aber noch etwas herunterhandeln können, sagen Friederich und Rademacher verschmitzt. Während sie das leicht vergilbte Original demnächst Bad Sooden-Allendorfs Stadtarchivarin Dr. Antje Laumann-Kleineberg übergeben wollen, soll zunächst eine einfache Kopie schon bald auch im Salzmuseum gezeigt werden. Für den Sommer planen die Vereinsverantwortlichen, eine ansehnlichere, dem originalen Aussehen nahekommende Kopie im Museum zu präsentieren.

Derzeit hat das Salzmuseum samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet, von April bis Oktober auch noch an den Mittwochnachmittagen.

Den Salzsiedern aus Allendorf legte der Kasseler Landgraf Wilhelm IV. vor 450 Jahren laut der Urkunde übrigens auf, sich bei den Versteigerungen des Salzes künftig zu enthalten und es nur nach seiner Preisverordnung zu verkaufen. (sff)

450 Jahre alte Verordnung gegen Salzpreiswucher: Eine Kopie dieser Urkunde von Landgraf Wilhelm IV. wird bald ausgestellt.
450 Jahre alte Verordnung gegen Salzpreiswucher: Eine Kopie dieser Urkunde von Landgraf Wilhelm IV. wird bald ausgestellt. © Forbert, Stefan

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