Alte Eiche fiel auf Zelt an Anglerteichen

Kann es nicht fassen: Wolfgang Seebach vor seinem in kurzer Zeit zum zweiten Mal zerstörten Zelt. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Glück im Unglück: Es war Nacht, als die alte Eiche fiel. Also war niemand im Zelt an den Angelteichen, das unter dem Baum begraben wurde.

Das ist bitter: Zum zweiten Mal innerhalb von 13 Monaten hat die Natur dem Fischwirtschaftsmeister Wolfgang Seebach übel mitgespielt.

Diesmal hat sie an seinen Forellenteichen zwischen Allendorf und Asbach sein soeben wieder aufgebautes, 32 Quadratmeter großes Zelt zerstört.

Es diente Anglern nicht nur als Unterkunft bei schlechtem Wetter, sondern auch zum geselligen Beisammensein. Zudem traf sich dort zu Ausbildungszwecken der Nachwuchs der Binnenfischer.

Ende März 2015 war es der Sturm „Niklas“, der auf dem weitläufigen Gelände mit sieben Zuchtteichen und einem Angelteich wütete. Er setzte der Zeltplane derart zu, dass 258 Flicken die Löcher und Risse notdürftig abdecken mussten. Obendrein hatten die Sturmböen das Rohrgestänge dermaßen verbogen, dass es nicht mehr zu gebrauchen war - und das alles nur ein halbes Jahr nach der Fertigstellung.

Während sich der Schaden damals noch in Grenzen hielt, sollte es diesmal im wahrsten Sinne des Wortes viel dicker kommen. In der Nacht zu Donnerstag stürzte eine über dem Wurzelwerk morsche Eiche mit einem Stammumfang bis fast zwei Meter vom Hang eines gegenüber liegenden städtischen Grundstücks über die Straße auf das Areal des Forellenzüchters.

Der nach Schätzungen Seebachs mehr als hundert Jahre alte Baum durchtrennte das Telefonkabel, das dort noch als Oberleitung geführt wird, machte Zaun und Hecke auf einer Länge von sechs Metern platt und fiel auf das Zelt, das jetzt von einer aufwändig verarbeiteten Holzkonstruktion getragen wurde. Die zersplitterte ebenso wie Tische und Bänke im Innern. Zerfetzt wurde natürlich das Zeltdach, völlig demoliert auch eine mit Gas befeuerte neuwertige Heizung. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde außerdem der nach dem „Niklas“-Malheur verlegte Dielenfußboden.

Zu allem Überfluss hat die Eiche auch noch die komplette Krone eines benachbarten Kirschbaums mitgenommen. „Der wurde regelrecht geköpft“, drückt es Seebach aus. Die in leuchtendem Weiß blühenden Äste und Zweige wurden gleichsam zum Grabschmuck der Angler-Unterkunft.

Wolfgang Seebach, der noch in Hann. Münden lebt, in der Allendorfer Altstadt aber ein Haus gekauft hat, das er in absehbarer Zeit mit Ehefrau Dita beziehen will, geht von einem Sachschaden bis knapp 20.000 Euro aus - möglicherweise ein Versicherungsschaden zu Lasten der Stadt.

Er müsse, sagt der geschockte Fischliebhaber, die ganze Sache „erst einmal verdauen“. Sekunden später aber ist er schon wieder voller Tatendrang: „Natürlich bauen wir wieder auf.“

Von Christoph Cortis

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