Ameisen sind wichtig für das Ökosystem

Schützenswerte Gemeinschaft: Ralf Meusel mit einem Waldameisennest im Forst bei Orferode. Foto: Demmer

Orferode. Hessen-Forst informiert zum Schutz von Ameisenbauten im Wald und macht regelmäßig Projekte mit Schulkindern.

Orferode. Es wuselt und krabbelt im Forst bei Orferode. Dicht nebeneinander liegen drei Ameisenhaufen. Königin, Arbeiterinnen und Soldaten sind hier beschäftigt, ihren Staat am Laufen zu halten. Ralf Meusel vom Forstamt Hessisch Lichtenau erklärt, warum die Tiere wichtig für das Ökosystem sind und welche Auswirkungen es haben kann, das Nest der Krabbler unbedacht zu zerstören.

„Die Ameisen gehören zum natürlichen Lebensraum“, sagt Meusel. Sowohl untereinander als auch mit anderen Tieren haben sie ihr Leben perfekt organisiert. So halten sich die Krabbler zum Beispiel Blattläuse und schützen sie vor Feinden. Im Austausch erhalten sie von den Blattläusen Honigtau. Was wiederum Standorte von Ameisenbauten für Imker beziehungsweise deren Honigbienen interessant macht.

Zusätzlich befreien Ameisen ihren Lebensraum nach einer Meldung von Hessen-Forst von Schädlingen wie Nonne, Kiefernspanner und Eichenwickler. Um eine Ameisenkolonie zu versorgen, benötigt es im Jahr rund 28 Kilo Insekten. Dazu kommen laut Meusel 200 Liter Honigtau.

In einem Hektar Wald gibt es rund 100 Ameisenbauten, schätzt der Experte. Besiedelt sind sie vor allem von der Großen Roten Waldameise. Wird das Nest beschädigt, hat das massive Auswirkungen auf die Tiere. Im Inneren herrscht ein besonderes Klima für die Ameisenbrut, die in einem ausgeklügelten Netz von Gängen liegt. Arbeiterinnen tragen sie je nach klimatischem Bedürfnis hin und her. Die Haube auf dem Nest schützt vor Regen und Feinden.

Wird nun die Haube zum Beispiel mit einem Stock zerstört, kann Feuchtigkeit ins Nest eindringen und die Bruträume werden zerstört. Zudem werden die Ameisen erst ihr Nest reparieren, bevor sie sich weiter um den Nachwuchs kümmern, erklärt Meusel. Natürliche Feinde der Nester sind zum Beispiel Wildschweine, die in den Bauten wühlen, und Spechte. Durch Menschen gab es bisher kaum Zerstörungen - die übrigens als Ordnungswidrigkeit bestraft wird. „Wir versuchen hier, auf Verständnis zu setzen“, betont Meusel. Die Kinder hier im ländlichen Raum hätten zudem noch einen Bezug zur Natur.

Der wird auch erhalten durch Projekte wie dem Schulwald der Grundschule „Am Brunnen vor dem Tore“ aus Bad Sooden-Allendorf bei Orferode. Vier Mal im Jahr kommen Kinder hierher, um einen Projekttag zu verbringen. Im Sommer ging es dabei um die Waldameisen. Rund 60 Kinder beschäftigten sich damit, wie ein Ameisenhaufen aufgebaut ist und wie sich die Tiere organisieren. Danach durften die Jungen und Mädchen selbst ein Nest und eine Ameisenbrücke anlegen. Nach einem genauen Blick durch die Becherlupe galt es zudem, die Ameisen zu malen.

Mehr Informationen zur Großen Roten Waldameise gibt es in der gedruckten Mittwochs-Ausgabe der HNA.

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