Amüsement auf höchstem Niveau beim Neujahrskonzert in Bad Sooden-Allendorf

Begeisterten mit schöner Stimme und ausgezeichneter Gesangskultur: Sopranistin Nathalie de Montmollin und Tenor Martin Shalita. Foto: Pujiula

Bad Sooden-Allendorf. „Amüs'ment, Amüs'ment" war das Motto des Abends. Und tatsächlich: das Publikum im fast ausverkauften Kultur- und Kongresszentrum der Badestadt amüsierte sich prächtig an diesem Samstagabend.

Es war „Amüs'ment" auf hohem Niveau. Denn das Orchester und das Sängerpaar sorgten zwei Stunden lang für einen erstklassigen musikalischen Genuss. 

Die etwa fünfzig Mann starke Thüringen-Philharmonie Gotha spielte in bestechender Form - zwar „nur“ leichte Muse (überwiegend Johann Strauss Sohn) - aber nur ein ausgezeichneter Klangkörper kann so mitreißend und schwungvoll spielen, wie die bestens aufgelegten und mit riesiger Spielfreude agierenden Gothaer es taten. Ihr „ständiger Gastdirigent“, der Grieche Stefanos Tsialis, führte sie in seinem dynamischen, genauen Dirigat zu begeisternden Leistungen - und moderierte nebenbei das Konzert in perfektem Deutsch mit witzigen Kommentaren.

Der rein instrumentale Teil des Konzerts begann mit der Ouvertüre zum „Zigeunerbaron“ und ging weiter mit solchen populär-beliebten Stücken wie Polkas, Walzer und der wohl berühmtesten Operetten-Ouvertüre: „Die Fledermaus“.

Und neben dem Orchester präsentierten sich dem hoch vergnügten Publikum ein Sängerpaar, das für vielen Ovationen sorgte: die Schweizerische Sopranistin Nathalie de Montmollin, die vor einem reichlichen Jahr sich beim Eschweger Publikum mit dem „Deutschen Requiem“ von Brahms bestens empfohlen hatte, und der amerikanische Tenor Martin Shalita - zwei vokale Künstler, die mit schöner Stimme und ausgezeichneter Gesangskultur die Zuschauer begeisterten - bei den einzelnen Auftritten wie auch bei den zwei Duetten, die sie charmant gestalteten.

Wie auch beim instrumentalen Teil des Konzerts war hier viel Strauss zu hören, aus dem „Zigeunerbaron“ und der „Fledermaus“ aber ebenso Lehar war vertreten mit einer Tenor-Arie aus dem „Land des Lächelns“ und dem Duett „Lippen schweigen“ aus der „Lustigen Witwe“ .

Ein herrliches Neujahrskonzert. Nach den nicht enden-wollenden Schluss-Ovationen gab es drei Zugaben: eine rasante Polka, das reizvolle Duett „Wer uns getraut?“ aus dem „Zigeunerbaron“ und zuletzt der „Radetzkymarsch“, auch von einem Johann Strauss, diesmal der Vater und Gründer der Dynastie. Und danach wurde das fröhliche und zufriedene Publikum in die weiße Pracht der frisch eingeschneiten Badestadt entlassen.

Von Francisco Pujiula

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