25. Jahrestag der Grenzöffnung

Landrat: Für Asbach-Sickenberg gibt es kein Zurück nach Hessen

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Durchblick nach Asbach: Ein Hauch von Winter herrschte beim Gang in mehreren Gruppen durch das frühere Grenzgebiet. Naturführer Uwe Vogt erläuterte die Veränderungen in der Landschaft.

Asbach-Sickenberg/Bad Sooden-Allendorf. Ein Zurück nach Hessen wird es für die Einwohner der thüringischen Doppelgemeinde Asbach-Sickenberg nicht geben.

Am Rande der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung erteilte Dr. Werner Henning (CDU), Landrat des Eichsfeldkreises, am Samstag derartigen Überlegungen eine klare Absage.

Das Ansinnen sei in der Euphorie der Wende Anfang 1990 zum großen Thema geworden, mittlerweile seien die neuen Verwaltungsstrukturen bewährt und die Zeit sei über einen Wechsel hinweggegangen. Mit Fördermitteln sei man aus Heiligenstadt gut bedient worden,

Werner Henning

Das einst hessische Asbach-Sickenberg war mit Vatterode, Weidenbach und Henningerode durch das am 17. September 1945 geschlossene Wanfrieder Abkommen von der US-Zone in die russisch besetzte Zone gekommen. Die Hoffnung, dass dieser Zustand nur vorübergehend sein würde, trog. Mit der Befestigung der Grenze war auch das Schicksal Asbachs als Dorf direkt an der Zonengrenze mit traditionell starken Bindungen nach Bad Sooden-Allendorf besiegelt. Im Februar 1990 votierten bei einer Unterschriftensammlung 97 Prozent der Einwohner dafür, die willkürliche Trennung von Hessen rückgängig zu machen. Auch die Stadtverordneten von Bad Sooden-Allendorf begrüßten das Anliegen. Eine Annullierung des Wanfrieder Abkommens war jedoch nicht möglich, weil der Vertrag zwischen den Besatzungsmächten geschlossen wurde.

Bürgermeisterin Ulrike Tylkowski (FWG) sieht Verwaltungs- und Landesgrenze nicht als Hindernis für eine gute Kooperation mit der Kurstadt an: Man sei wieder nach Hessen orientiert, die Kinder des Dorfes besuchten Allendorfer Schulen. Und auch gearbeitet und eingekauft wird gerne im Nachbarland. 

Ulrike Tylkowski

Wie gut die Kurstadt und ihr Vorposten harmonieren, zeigte sich auch am Besuch der Veranstaltungen am Samstag (Wanderung, Gottesdienst und Festakt) durch viele Badestädter. Und der Bad Sooden-Allendorfer Frauenchor wirkte im Gottesdienst mit.

Asbach-Sickenberg im Jahr 25 nach der Wiedervereinigung: Von den 105 Einwohnern sind die Hälfte Neubürger, die meisten Häuser sind renoviert. Der Ort, so Tylkowski, sei wieder lebenswert. In Sickenberg beheimatet ist das überregional bedeutsame Grenzmuseum.

Von Werner Keller

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