Konstituierenden Sitzung im Hochzeitshaus

Ausländerbeirat will in Bad Sooden-Allendorf viel erreichen - Vorsitz geht an Akyüz Jando

Bad Sooden Allendorf hat einen Ausländerbeirat bekommen: Bürgermeister Frank Hix, von links, mit Haifaa Jando, Akyüz Jando und Karolina Hix. FOTO: MICHAEL CASPAR
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Bad Sooden Allendorf hat einen Ausländerbeirat bekommen: Bürgermeister Frank Hix, von links, mit Haifaa Jando, Akyüz Jando und Karolina Hix.

Akyüz Jando ist Vorsitzender des Ausländerbeirats von Bad Sooden-Allendorf, Karolina Hix seine Stellvertreterin. Das hat das beratende Gremium während seiner konstituierenden Sitzung im Hochzeitshaus beschlossen.

Bad Sooden-Allendorf – „Ich möchte Kindern und Jugendlichen helfen, in Sportvereinen aktiv zu werden“, sagt Gastronom Jando, der ein Fünftel der abgegebenen Stimmen bekam. Ausländischen Familien fehle zum Teil das Geld für die Sportausrüstung. Da wolle er Lösungen finden. Junge Menschen bräuchten Bewegung und könnten beim Sport nebenher Deutsch lernen.

Unterstützung beim Schriftverkehr mit Ämtern zu geben, ist Hix wichtig. Die Deutschen nähmen Papiere sehr ernst, berichtet sie. Alles werde aufgeschrieben und dokumentiert. In ihrer Heimat Polen sei das anders. Da frage zum Beispiel der Arbeitgeber den Bewerber: „Was kannst Du?“ In Deutschland hieße es dagegen: „Was hast Du für Zeugnisse und Zertifikate?“, berichtet die Geschäftsführerin einer Wohngruppe für seelisch behinderte Kinder.

„Ich möchte den ausländischen Mitbürgern eine Stimme geben“, betont Haifaa Jando, die Schwägerin des Vorsitzenden. Seit 16 Jahren lebt die gebürtige Syrerin in Deutschland, wo sie sich als ehrenamtliche Übersetzerin (Arabisch und Kurdisch) engagiert. Zuwanderer benötigten für religiöse Feiern geeignete Räume, weiß die 38-jährige Altenpflegerin. Sie selbst gehört, wie auch der Vorsitzende, zur kurdischen Glaubensgemeinschaft der Jesiden. Sie zählt in der Badestadt 75 Anhänger.

Gewählt wurde außerdem Taha Alboissa. Der 22-Jährige, der im medizinischen Bereich tätig ist, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen. Alboissa engagiert sich beim Deutschen Roten Kreuz und im Sozialkreis von Bad Sooden-Allendorf. Der Muslim möchte unter anderem Zuwanderern bei der Integration in den Arbeitsmarkt helfen und sich für Frauenrechte sowie die interkulturelle Öffnung der Verwaltung stark machen. Der gebürtige Iraker lebt seit sieben Jahren in Deutschland und ist in der sportlichen Jugendarbeit aktiv.

Enttäuscht zeigt sich Hix über die mit knapp vier Prozent niedrige Wahlbeteiligung. Nur 36 von insgesamt 930 Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. „Viele wissen nicht, wozu so ein Gremium gut sein soll“, vermutet Hix. Zudem stammten nicht wenige aus Ländern, in denen es keine Demokratie gebe. Wer dort politisch aktiv sei, gerate leicht mit dem Staat aneinander.

Karolina Hix, die dem Freundeskreis Städtepartnerschaft mit dem polnischen Krynicy-Zdrój vorsitzt, möchte insbesondere den Kontakt zu den mehreren 100 Chinesen in Bad Sooden-Allendorf suchen. Erste Gespräche hat sie bereits geführt. „Viele Chinesen haben Angst, sich mit Corona zu infizieren“, weiß Bürgermeister Frank Hix. Oft kaufe einer für mehrere ein, um Kontakte zu vermeiden. (Michael Caspar)

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