Großes Interesse der Zuschauer

Traditionelle Osterübung: Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf probt Giftalarm

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In Schutzanzügen: Einsatzkräfte der Feuerwehr dichten das Leck ab, aus dem eine ätzende Flüssigkeit ausgetreten ist. 

Bad Sooden-Allendorf. Eine imaginäre Giftwolke, die sich über Allendorf ausbreitete, hat am Dienstag einen Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr ausgelöst - zum Glück nur als Übung.

Bei der traditionellen und inzwischen 120. Osterübung hatten die tapferen Wehrleute das Schadensereignis nach knapp 40 Minuten unter Kontrolle und erhielten von den zahlreichen Zuschauern auf dem Marktplatz anerkennenden Applaus.

Der Übung unter der Einsatzleitung von Marcus Klenke lag die Annahme eines Lkw-Unfalls zugrunde, bei dem aus dem Leck eines der drei geladenen 200-Liter-Fässer eine flüssige und ätzende Substanz austrat, die bei Wärme giftige Dämpfe entwickelt, die zu Reizungen von Haut und Atemwegen führt.

Mit Hilfe der Drehleiter: Die unbeschädigten Fässer werden von der Ladefläche des verunglückten Lkw geborgen.

Nach dem Drehbuch, fachmännisch kommentiert von Wehrführer Stefan Scharf, war infolge des Unfalls die Besatzung des Gefahrgut-Transporters, dargestellt von Angehörigen der Jugendfeuerwehr, verletzt worden, die es in einem ersten Schritt durch Atemschutzträger zu bergen galt.

Wie grüne Männchen von einem anderen Stern wirkten in ihren Chemikalienschutzanzügen jene Einsatzkräfte, die anschließend daran gingen, das Leck im Fass abzudichten und die Restflüssigkeit umzupumpen. Die unbeschädigten Behältnisse hievten sie mit einer Greifzange zu Boden. Sie war mit einer Schlaufe unter dem Rettungskorb der Drehleiter befestigt, der eine Last von 400 Kilogramm tragen kann. Parallel setzte die Feuerwehr einen Wasserwerfer ein, um Dämpfe und Gase niederzuschlagen.

Für Verwunderung bei Zuschauern und Akteuren sorgte das Aufheulen der Sirenen mitten während der Übung, was Wehrführer Stefan Scharf zu der lakonischen Bemerkung veranlasste, in der zentralen Leitstelle müsse wohl irgendetwas mit der Zeitumstellung schief gelaufen sein.

Bei der Übung im Zeitraffer, die im Realfall laut Scharf zwölf und mehr Stunden in Anspruch nimmt, kamen neben sieben Fahrzeugen 14 Mitglieder der Jugendwehr sowie 38 Feuerwehrfrauen und -männer zum Einsatz, die sich zum Teil von ihrem Arbeitgeber hatten freistellen lassen.

Im Anschluss zog der Spielmannszug der Feuerwehr mit Musik durch die Straßen der Altstadt, und zum Finale gab’s einen Umtrunk mit Imbiss in der Allendorfer Feuerwache.

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