Bad Sooden-Allendorf: Viel Musik würde verstummen

Im Kampf um Kantorenstelle bittet St.-Crucis-Gemeinde in Bad Sooden-Allendorf um Spenden

Haben keinen hauptamtlichen Kantor: Das Archivbild zeigt Mitglieder der Stadtkantorei bei einem Konzert in der St.-Crucis-Kirche. Archivfoto: Chris Cortis
+
Haben keinen hauptamtlichen Kantor: Das Archivbild zeigt Mitglieder der Stadtkantorei bei einem Konzert in der St.-Crucis-Kirche.

„Was wir aufgebaut haben, würde wie ein Kartenhaus zusammenfallen – ein Großteil der Musik würde verstummen“, sagt Pfarrer Hubertus Spill aus Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf – Im Verein mit seinem Amtsbruder Thomas Schanze zielt er dabei ab auf den Kampf der evangelischen Kirchengemeinde St. Crucis um die Stelle eines hauptamtlichen Kantors, nachdem die Landeskirche aus Kostengründen eine finanzielle Beteiligung abgelehnt hat.

Allendorf, sagt der Seelsorger, sei nun auf sich alleine gestellt, wolle das Projekt gleichwohl „durchziehen“. Auch wenn die Kirchengemeinde den größten Teil für eine Dreiviertel-Stelle aus Eigenmitteln stemmen könne, sei sie auf Spenden dringend angewiesen.

Dazu haben die Geistlichen ein Modell in Form einer Gleichung entwickelt: „100 mal 100 mal 5 = eine singende und klingende St.-Crucis-Kirche.“ Im Klartext: Gesucht werden mindestens 100 Menschen, die bereit sind, 100 Euro jährlich zu spenden, und das für eine Dauer von fünf Jahren. Das macht umgerechnet 8,33 Euro pro Monat aus. Grenzen nach oben gibt es natürlich nicht.

St. Crucis, mit dem schmückenden Beinamen Erlebniskirche, habe sich in den vergangenen Jahren zu einem geistlichen, spirituellen und kulturellen Anziehungspunkt für Menschen weit über die Region hinaus entwickelt, argumentiert Pfarrer Schanze.

Mit einem Ganzjahresprogramm unter dem Titel Musik in der Kirche, mit dem Bibelgarten, der größten Orgel in der Landeskirche und dem Kirchencafé Himmelspforte seien ganz neue Strukturen geschaffen worden.

Die Stadtkantorei mit bis zu 60 Sängerinnen und Sängern aus allen Generationen, eine der jüngsten Kammerchöre im gesamten Kirchenkreis und das Freiluftensemble seien nur wenige Beispiele einer „grandiosen Aufbauarbeit“, gerade im musikalischen Bereich, der auch weltliche Melodien nicht ausschließt.

Im Ergebnis hätten auch viele junge und eher kirchenferne Menschen gewonnen werden können, was sich auch bei aktuell neun Orgelschülern unter den Fittichen von Organist Maximilian Göllner (26) zeige. Vor diesem Hintergrund sei die Bestellung eines hauptamtlichen Kantors, wie es ihn in Witzenhausen und Eschwege schon gibt, nicht nur mehr als wünschenswert, sondern zur Aufrechterhaltung des kompletten Angebotes sogar unabdingbar.

Einen Ausschnitt aus der musikalischen Arbeit der Kantorei können Zuhörer bereits heute Abend ab 19.30 Uhr im Stadtgraben bei einem Konzert zum Auftakt des Erntefestes erleben, das coronabedingt in stark abgespeckter Form stattfindet. (Von Christoph Cortis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.