Protestler verhindern Abschiebung

Bad Sooden-Allendorf: Menschenkette behindert Polizei-Einsatz in Flüchtlingsunterkunft

Die Polizei hat einen 23-Jährigen dingfest gemacht. (Symbolbild)
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Protestanten verhinderten die Abschiebung einer 30-jährigen Russin.

Die Abschiebung einer 30-jährigen Russin in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Bad Sooden-Allendorf ist Dienstagabend durch Proteste verhindert worden.

Bad Sooden-Allendorf – Die Abschiebung einer jungen Frau aus einer Gemeinschaftsunterkunft in Bad Sooden-Allendorf ist in der Nacht zu Dienstag vorerst verhindert worden. Trotz des großen Polizeiaufgebots habe der Protest die Vollendung des Einsatzes verhindern können, heißt es in der Pressemitteilung vom Bündnis gegen Abschiebungen Witzenhausen.

Die Polizeidirektion Werra-Meißner wollte wegen eines Rückführungsersuchens des Regierungspräsidiums Kassel am Dienstag eine 30-jährige Russin in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge (GU) in Bad Sooden-Allendorf festnehmen. Dazu betraten die Beamten laut Polizesprecher Jörg Künstler gegen 21 Uhr die Unterkunft, wo sie die Frau antrafen.

Zwei Mitbewohner der 30-Jährigen versuchten im Gebäude, die Rückführung zu verhindern. Währenddessen bildeten 15 Personen vor dem GU-Eingang eine Menschenkette. Diese vergrößerte sich auf schätzungsweise 80 bis 90 Menschen, so Künstler. Die Personen behinderten die Polizeiarbeit und verweigerten jede Art der Kommunikation.

Die Protestierenden verhinderten zunächst, dass die Polizisten die Unterkunft mit der Russin verlassen, dann, dass weitere Unterstützungskräfte der Polizei die Unterkunft betreten konnten. Die Beamten mussten einfache körperliche Gewalt anwenden und die Protestierenden zum Teil zur Seite drängen, um den Eingangsbereich zum Betreten und Verlassen der Unterkunft frei zu halten. Es ist jedoch zu keinem Zeitpunkt zum Einsatz von Hilfsmitteln der körperlichen Gewalt von Polizisten gekommen, heißt es vom Polizeisprecher.

Eine Polizistin wurde dabei leicht an der Hand verletzt. Weitere Verletzte sind der Polizei bislang nicht bekannt. Wegen der Verhältnismäßigkeit wurde die Abschiebung abgebrochen und die 30-Jährige gegen 23:10 Uhr am Einsatzort aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Die Polizisten haben die Frau in ihrer Wohnung überrascht, so das Bündnis gegen Abschiebungen Witzenhausen. Dabei habe es von Anfang an Protest gegeben. Um die Unterkunft hätten sich Protestierende versammelt, um die Abschiebung zu verhindern. Der Versuch von einigen Menschen, die Unterkunft zu betreten, sei durch Polizisten rabiat unterbunden worden. Einige Protestierende hätten leichte Verletzungen erlitten. Die Polizei habe es aber nicht geschafft, die Frau durch Menge hindurch wegzubringen.

Beim Eintreffen der Verstärkung sind laut dem Bündnis rund 40 Demonstranten vor Ort gewesen. Die Abschiebung wäre nur mit massiver physischer Polizeigewalt möglich gewesen. Das Bündnis vermutet, dass die Einsatzleitung deshalb die Abschiebung abbrach. (Von Wiebke Huck und Fabian Becker)

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