Gold auf 400 m

Wurzeln in Bad Sooden-Allendorf: Phil Grolla siegt bei der Para-EM

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Zieleinlauf: Phill Grolla siegte mit der Viermal-Hundert-Meter-Staffel bei der Para-Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin. 

Berlin/Bad Sooden-Allendorf. Phil Grolla hat bei der Para-Leichtathletik-EM die Goldmedaille mit der Sprint-Staffel gewonnen. Seine Wurzeln führen nach Bad Sooden-Allendorf.

„Ich bin total überwältigt“, sagt Jürgen Grolla. Der Mann, der in Bad Sooden-Allendorf groß geworden ist und früher auf Bezirksebene erfolgreicher Leichtathlet fürs Sportinternat war, feiert mittlerweile nicht mehr seine eigenen sportlichen Erfolge. Sondern die seiner Söhne. In diesem Fall den des 17-jährigen Phil Grolla. Der gewann bei der Para-Leichtathletik-EM in Berlin jetzt mit der Sprint-Staffel auf viermal hundert Metern Gold.

Die Liebe zum Sport habe er seinen Kindern weitergegeben, erzählt der stolze Vater Jürgen Grolla. Der eine, Jan, spielt Drittliga-Handball in Schwerin. Und Phil, den er seit elf Jahren trainiert, räumt in der paralympischen Leichtathletik-Szene auf. „Landesliga-Fußball hat er auch mal gekickt, das dann aber aufgegeben und sich auf die Leichtathletik konzentriert“, so Grolla. Dass er behindert sei, weil ihm vom Ellbogen abwärts der linke Arm fehle, merke man dabei oft gar nicht. „Im Diskuswerfen ist er Landesmeister bei den ,Normalis’ – wie wir es nennen – in Niedersachsen geworden“, bericht Grolla.

Doch mittlerweile habe sich Phil, den er als Typ „Mehrkämpfer“ bezeichnet, eher aufs Sprinten konzentriert. „Weil das eine Disziplin bei den paralympischen Spielen – also dem Pendant zu Olympia – ist. Und das ist unser großes Ziel: bei den Paralympics 2020 in Tokio (Japan) dabei zu sein. Auch die WM im November 2019 in Dubai peilen wir an“, sagt Jürgen Grolla.

Seit 1991 wohnt er in Wolfsburg, hat aber den Bezug zu Bad Sooden-Allendorf nie verloren. „Bis vor ein paar Jahren lebte meine Mutter noch dort. Und zum Erntefest sind wir auch regelmäßig da, Phil ebenso. Zuletzt 2017, dieses Jahr ging es wegen der Europameisterschaft natürlich nicht“, so Grolla. In der Seele wehgetan habe ihm dementsprechend die Schließung des Sportinternats in BSA.

Von Kindesbeinen an waren seine beiden Söhne Jan und Phil mit ihm auf dem Sportplatz, als Jürgen Grolla selbst noch aktiv war. „Sie waren begeistert“, erinnert er sich. Und sind nun selbst Sportler. „Dazu noch viel erfolgreicher als ich. So schnell wie Phil war ich nie“, scherzt Grolla.

Das muss lange nicht das Ende sein. Denn sein Sohn verfüge über viel Potenzial. „Er ist so ehrgeizig und mit Spaß bei der Sache, dass er noch mehr erreichen kann.“ Nach dem Abitur macht Phil ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim VfL Wolfsburg und kann sich dann noch mehr als jetzt – trainiert wird ohnehin täglich – auf den Sport konzentrieren. Nur verheizen dürfe man so einen jungen Sportler nicht. „Aber da bin ich bei Phil zuversichtlich. Er weiß, was er will: Erfolge“, sagt Grolla.

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