Training der Feuerwehr

Bad Sooden-Allendorf: Rettung aus luftiger Höhe gelingt

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Über den Dächern von Sooden: Der Rettungskorb der Drehleiter bei der Osterübung der Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf. Wie man Menschen aus luftiger Höhe rettet, demonstrierte die Freiwillige Feuerwehr aus Bad Sooden-Allendorf am Dienstagnachmittag bei ihrer traditionellen Osterübung.

Dabei diente die Klinik der Landesversicherungsanstalt Hessen im Zentrum des Soodener Kurviertels als Objekt für einen fiktiven Brand.

Am „3. Ostertag“, wie er im örtlichen Sprachgebrauch genannt wird, hatten sich schon lange vor dem Aufheulen der Sirenen scharenweise Schaulustige am Straßenrand versammelt. Im Rollstuhl „parkten“ Menschen am Bordstein. Andere humpelten auf Krükken herbei, um das Spektakel nicht zu versäumen. Und Mütter brachten ihren Kinderwagen in eine günstige Position. Auf den Balkonen des fünfstöckigen Klinikneubaus und auf der Dachterrasse verfolgten in zunehmender Zahl Patienten das spannende Geschehen.

Gerade mal zwei Minuten nach dem Alarm waren in der Ferne die schrillen Martinshörner der anrückenden Feuerwehrfahrzeuge zu hören. Am Ende waren es sieben, darunter auch die 30-Meter-Drehleiter als Prunkstück aus der Garage der Blauröcke.

Über Mikrofon erläuterte Wehrführer Stefan Scharf den Übungsablauf und kommentierte während des einstündigen Einsatzes immer wieder die Aktionen seiner Leute.

Mit der Drehleiter werden Menschen vom Balkon der Klinik gerettet bei der Osterübung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf.

Der Übung lag die Annahme zugrunde, dass im Technikraum der Klinik ein Kellerbrand ausgebrochen sei mit enormer Rauchentwicklung, die eine Flucht von Patienten und Personal über das Treppenhaus unmöglich machte. Mit Atemschutzträgern sondierte der stellvertretende Wehrführer Werner Hiebenthal die Lage mit dem Ergebnis, dass die Drehleiter ausgefahren wurde, um die Eingeschlossenen vom Balkon ihrer Zimmer aus in Sicherheit zu bringen.

Im Abstand von zwölf Metern zum Gebäude erreicht die Leiter eine Rettungshöhe von 23 Metern, die sich in diesem Fall als ausreichend erwies. Unter dem Rettungskorb, den am Ende der Drehleiter Markus Klenke sicher dirigierte, befestigten die Brandschützer noch am Boden eine Art Rettungsschlitten, in dem die Hilfesuchenden liegend zur Erde gebracht wurden.

Osterübung der Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf: Eine Puppe fliegt dem rettenden Luftkissen entgegen.

Unterdessen postierten Wehrmänner und -frauen am Fuße des benachbarten Altbaus einen sogenannten „Springretter“. Dabei handelt es sich um ein 3,50 Meter im Quadrat großes und 1,80 Meter hohes Luftkissen, dessen strapazierfähige Oberfläche den Sprung eines Menschen aus einer Höhe von sogar 60 Metern aushält. Im konkreten Fall wählten die Wehrmänner einen Balkon im zweiten Stock, um eine Puppe unversehrt landen zu lassen. Zum rundum gelungenen Einsatz brachten die Brandschützer auch ein leistungsstarkes Gebläse, um den beißenden Qualm aus dem Gebäude zu vertreiben. Insgesamt 37 Männer und Frauen beteiligten sich an der eindrucksvollen Übung. 

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