Zwischen Bismarckstraße und Schwanenteich

In Bad-Sooden Allendorf soll Anlage mit 42 Wohnungen entstehen

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So soll sie mal aussehen: die barrierefreie Wohnanlage mit Lift und Balkonen für jede einzelne Wohneinheit auf der Rückseite des Gebäudes, in dem optional auch eine Arztpraxis untergebracht werden könnte.

Bad Sooden-Allendorf. Mit einer Fassade, die zum großen Teil aus Glas und Aluminium besteht und deshalb etwas futuristisch anmutet, soll an der Bismarckstraße in Sooden und in unmittelbarer Nähe zum Schwanenteich ein neuer Gebäudekomplex entstehen.

Darin sind der Planung zufolge 42 barrierefreie Wohnungen - je zur Hälfte in einer Größe von 50 beziehungsweise 60 Quadratmetern - für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte untergebracht.

Für diesen Komplex soll das seit Jahren leer stehende und inzwischen marode ehemalige Kurhotel Kneipp abgerissen werden. Während an einer derartigen Neugestaltung des Ortsbildes keinerlei Kritik geübt wurde, gibt es Bedenken wegen des künftig ruhenden und fließenden Verkehrs in diesem Bereich.

Das wurde während einer Informationsveranstaltung deutlich, in der am Dienstagabend im Wappensaal rund 50 Bürgern die Pläne im Detail vorgestellt wurden.

Im rückwärtigen Bereich der Wohnanlage mit einer maximalen Firsthöhe von 15 Metern sollen nämlich auf einer Fläche von - inklusive Zufahrt - 1785 Quadratmetern bis zu 78 Auto-Parkplätze entstehen, die zum größten Teil durch die Stellplatzsatzung der Stadt vorgeschrieben sind.

Diplom-Ingenieur Christoph Henke (Witzenhausen), der den vorhabenbezogenen Bebauungsplan entworfen hat, räumte eine „Beunruhigung“ der angrenzenden Erholungsflächen ein. Er machte aber deutlich, dass andere Flächen für den Parkplatz nicht zur Verfügung stünden, die im Übrigen versiegelt werden müssten, weil es sich dort um ein Heilquellenschutzgebiet handele. Dass die Parkplätze ausgerechnet im (sonnigen) Süden lägen, sei „der Not geschuldet“, fügte Henke hinzu.

Architekt Berthold Rehbein (Kammerbach) versuchte zu beschwichtigen, indem er darauf verwies, mit an- und abfahrenden Autos werde es dort „keine Geschäftsfrequenz“ geben. Außerdem, so die Planer, werde dieser Bereich durch Bäume und Sträucher großzügig begrünt.

„Dann brauche ich nicht mehr in meinen Garten zu gehen“, beklagte sich neben anderen kritischen Stimmen eine Nachbarin, deren Grundstück unmittelbar an den geplanten Parkplatz angrenzt. Sie schlug als Alternative ein noch zu errichtendes Parkdeck auf dem nur wenige Meter weit entfernten „Riesenparkplatz“ vor dem Rhenanus-Geriatriezentrum vor. Diese Lösung biete sich auch deshalb an, weil diese Fläche ohnehin schon komplett versiegelt sei.

Bürgermeister Frank Hix äußerte zwar seine Sympathie für diesen Gedanken. Allerdings: Dann wäre nicht der Bauherr der neuen Wohnanlage zuständig, sondern die Stadt bliebe auf den Kosten sitzen. Und die hat, wie immer wieder betont wird, bekanntlich kein Geld.

So soll es weitergehen

Noch bis heute haben Bürger Gelegenheit, bei der Stadt Anregungen und Bedenken zu der neuen Wohnanlage vorzubringen, welche die Firma Schlöffel Verwaltungs KG (Berkatal-Frankershausen) an der Bismarckstraße in Sooden errichten will.

Voraussichtlich schon am 24. März wird das Stadtparlament darüber befinden und die Offenlegung des Bebauungsplanes beschließen.

Für diese Offenlegung ist eine Frist von einem Monat vorgesehen, ehe eine abschließende Abwägung der privaten und öffentlichen Belange erfolgt und der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden kann.

Nach den derzeitigen Plänen soll das viergeschossige Gebäude im vierten Quartal des nächsten Jahres bezugsfertig sein.

Bürgermeister Frank Hix sieht in dem Bauvorhaben eine bedeutende Aufwertung des Wohnstandortes Bad Sooden-Allendorf und dankte am Dienstag ausdrücklich dem Bauherrn Eduard Schlöffel für seine geplante Millionen-Investition.

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