Bad Sooden-Allendorf: Gezielter Ratten bekämpfen

Bad Sooden-Allendorf rückt den Schädlingen umweltfreundlich zu Leibe

Gegen Ratten im Kanalnetz: Im Beisein von Stadtwerke-Chef Wolfgang Grunewald (Zweiter von links) wenden die Schädlingsbekämpfer Felix Kotthoff (von links), Mike Fischer und Felix Fischer die neue Methode an.
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Gegen Ratten im Kanalnetz: Im Beisein von Stadtwerke-Chef Wolfgang Grunewald (Zweiter von links) wenden die Schädlingsbekämpfer Felix Kotthoff (von links), Mike Fischer und Felix Fischer die neue Methode an.

Umweltfreundlich, mit weniger Zeitaufwand und gezielter rücken nun die Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf Ratten zu Leibe und erfüllen so eine Richtlinie der Europäischen Union (EU).

Bad Sooden-Allendorf – Darauf aufmerksam machten jetzt Wolfgang Grunewald als Chef und Klaus Oldeland als Techniker des städtischen Eigenbetriebs, der rund 15 000 Euro in diese neuartige Form der Schädlingsbekämpfung im Kanalnetz der Stadt investiert hat.

Ziel der EU-Vorgabe, die sich in der so bezeichneten deutschen Wasserrahmenrichtlinie wiederfindet, ist es, dass die Giftstoffe der Köder nicht mit Wasser in Berührung kommen und toxische Rückstände somit auch nicht in die Kläranlage und letztendlich in Fließgewässer gelangen.

Anders als bisher, als das Rattengift an einem Draht über dem Gerinne baumelte und nach Starkregen bei steigendem Pegel weggespült oder von den Fluten abgerissen wurde, wird das Gift jetzt trocken und frei schwebend in einer zylindrischen und überflutungssicheren Box untergebracht, die mit einer Öffnung im Boden die Nagetiere anlockt. Steigt das Abwasser auf die entsprechende Höhe an, verschließt sich die Box, und eine Luftblase hält sie über dem Nass.

Im Deckel der Box befindet sich empfindliche Elektronik. Die registriert wie oft die Allesfresser dort auf Nahrungssuche sind.

Digital, nämlich mit einem Tablet, lässt sich bei regelmäßigen Untersuchungen die Anzahl der letztlich tödlichen Besuche und somit feststellen, ob sich dort ein „Ratten-Hotspot“ befindet. Das Tablet wiederum macht das Ergebnis sichtbar auf einem Monitor im Gebäude der Stadtwerke. Bei nur geringer Frequentierung wird die Box an anderer Stelle in den Kanalschacht eingesetzt.

Diese neue Methode macht zeitaufwendige Überprüfungen entbehrlich, bei denen die Kanalschächte – im Stadtgebiet immerhin mehr als 900 – geöffnet und Straßen zum Teil kurzfristig gesperrt werden mussten. Die nachtaktiven und äußerst scheuen Ratten, die ihre Nester gern in warmen und trockenen Verstecken, wie Scheunen und Stallungen bauten, so erläuterte Grunewald, benutzten die Kanalisation lediglich als Laufwege und zögen sich dorthin, wo Nahrung zu finden sei. Deswegen sollten Lebensmittel auch nie auf dem Komposthaufen landen, sondern in der grünen Tonne entsorgt werden.

Ratten im Garten sind übrigens meldepflichtig. Das gilt auch bei einem Verdacht, auf den beispielsweise Löcher, Kot oder Nagespuren hinweisen können. (Von Christoph Cortis)

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