"Eine Stadt liest ein Buch" startet

Bad Sooden-Allendorfer lesen gemeinsam "Der alte König und sein Exil"

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Die Entscheidung ist gefallen: Die Juroren Dr. Jörg Möller (von links), Frank Hix und Hubertus Spill präsentieren das ausgewählte Buch des Österreichers Arno Geiger, der von seinem an Demenz erkrankten Vater erzählt. Für den vollen Bildausschnitt, bitte auf das Symbol oben rechts klicken.

Bad Sooden-Allendorf. Das Buch, dass die Badestädter gemeinsam für die Aktion "Eine Stadt liest ein Buch" lesen werden, steht fest: Arno Geigers "Der alte König in seinem Exil“.

Dass ein nachlassendes Gedächtnis nicht den Verlust der Lebensfreude zur Folge haben muss, schildert ein Buch des österreichischen Autors Arno Geiger. Unter dem Titel „Der alte König in seinem Exil“ beschreibt der 49-Jährige, wie seinem an Demenz erkrankten Vater die Erinnerungen langsam abhanden kommen und sich dessen Orientierung in der Gegenwart zunehmend auflöst. 

In seiner neuen Welt, so die Quintessenz nach 189 Seiten, führe der alte Mann gleichwohl ein Leben, „das es zutiefst wert ist, gelebt zu werden“. Und genau dieses Buch hat eine dreiköpfige Jury ausgewählt, um in der Kurstadt die Kommunikation unter den Menschen zu fördern und zum 800-jährigen Stadtjubiläum im nächsten Jahr themenbezogene Aktionen folgen zu lassen.

Rückblende: Vor Wochen erhielten alle Einwohner Post von der Stadt mit der Bitte, sich an einer Aktion zu beteiligen, wie sie vorher noch nie stattgefunden hatte. „Bad Sooden-Allendorf liest ein Buch“ heißt sie. Aber welches? Dazu sollten die Bürger Vorschläge machen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft waren: Ein Taschenbuch mit nicht mehr als 300 Seiten von einem noch lebenden deutschsprachigen Autor, der sich mit Freiheit, Aufbruch oder einem Leben unter veränderten Vorzeichen befasst. 

Ein Buch zum Stadtgespräch machen

Hintergedanke: Ein Buch wird so zum Stadtgespräch und soll die Menschen miteinander verbinden. Exakt 30 Vorschläge gingen ein, gaben am Dienstag im Rathaus als Juroren der Leiter der Rhenanus-Schule, Dr. Jörg Möller, Pfarrer Hubertus Spill und Bürgermeister Frank Hix bekannt. Titel seien darunter gewesen mit humoristischem oder satirischem Inhalt. 

Leichtere oder ernstere Kost wurde angepriesen, aber auch ein Kinder- und ein Sachbuch, freute sich die Jury über „eine überraschend große Resonanz unter allen Generationen“. Nach, wie es heißt, „stundenlangen und zum Teil kontroversen Diskussionen“ sei am Ende einstimmig die Wahl auf das Buch des Österreichers gefallen, weil das aktuelle Thema Bezug auch zur eigenen Bevölkerung habe.

„Der demente Vater taucht ab in die große Freiheit ohne jegliche Konventionen“, fasst Dr. Möller den Inhalt des Buches zusammen. Jetzt sind Vereine, Institutionen, Gruppen oder Einzelpersonen gefragt, um sich Aktionen zum Thema auszudenken, die bis Ende August im Rathaus angemeldet werden sollten und im Februar 2018 zum Auftakt des Stadtjubiläums in Szene gesetzt werden. Dazu soll nach Möglichkeit auch der Autor nach Bad Sooden-Allendorf geholt werden.  

Wo man das Buch in Bad Sooden-Allendorf leihen oder kaufen kann, lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagsausgabe und im E-Paper der HNA Witzenhäuser Allgemeinen.

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