Stadt darf kein Geld mehr zuschießen

Bad Sooden-Allendorfer Parlament: Ja zu Sportinternat, Nein zu Zuschuss

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Kurzer Weg: Zur Rhenanus-Schule - im Vordergrund ein Gebäudeteil - müssen die Bewohner des Sportinternats nur einen schmalen Fußweg überwinden.

Bad Sooden-Allendorf. Überraschung im Badestädter Parlament: In seltener Einmütigkeit haben sich die Stadtverordneten am Freitag für den Erhalt des leicht defizitären Sportinternats ausgesprochen, um dessen Fortbestand monatelang erbittert gestritten worden war.

Die Mehrheit hatte es nämlich abgelehnt, im zweiten Halbjahr den Weiterbetrieb mit einer Finanzspritze von 25.000 Euro zu gewährleisten.

Gegen diesen Beschluss hatte Bürgermeister Frank Hix Widerspruch eingelegt, der im Finanzausschuss zwei Tage vor der Parlamentssitzung noch deutlich zurückgewiesen worden war. Und es sah ganz danach aus, als würden die streitenden Parteien nicht zueinanderfinden. Nun kam die „Wende“, die in Wirklichkeit aber keine ist. Hix („Ich will niemanden überrumpeln.“) legte einen Antrag vor mit der Kompromissformel: Ja zum Sportinternat, Nein zur Subventionierung durch die Stadt. Das war die Brücke, über die alle gehen konnten.

Nach fast zwanzigminütiger Unterbrechung verkündete der Stadtverordnete Martin Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) das Ergebnis der interfraktionellen Beratungen, wonach in Ergänzung des Antrags von Hix „unverzüglich“ ein Finanzierungs- und inhaltliches Konzept für das Sportinternat vorzulegen ist, „um eine abschließende Entscheidung über den Erhalt des Internats vorzubereiten“.

Bürgermeister Hix zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht werden könne. Obwohl die lange kontroverse Debatte dem vorher fast voll belegten Sportinternat geschadet habe, seien aktuell 15 der 24 Plätze belegt. In Aussicht stehe eine weitere Frequentierung durch Chinesen. Die Miete sei von 850 kostendeckend auf 1150 Euro pro Monat angehoben worden, und es bestehe die Hoffnung, dass das Internat „vielleicht sogar gewinnbringend“ werde arbeiten können.

Erfreut zeigte sich der Bürgermeister, der zugleich Geschäftsführer des Internats ist, über das einmütige Bekenntnis des Parlaments zum Erhalt der an die Rhenanus-Schule angegliederten Einrichtung. Das sei ein „ganz wichtiges Signal für Wiesbaden“, spielte Bürgermeister Hix auf die Zusage der Landesregierung an, finanzielle Hilfe zum Fortbestand des Sportinternats „im ersten schwierigen Jahr“ zu leisten.

Nach dem monatelangen Hickhack um das Sportinternat, hatte die Einrichtung pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres ihren Betrieb wieder aufgenommen. Im März hatten die Stadtverordneten dem Internat den Geldhahn zugedreht.

Was die Politiker bezüglich der Sanierung des Gradierwerks besprochen haben, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeinen.

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