Im Biologieunterricht

Bad Sooden-Allendorfer Rhenanusschüler sammeln Erfahrungen mit Demenz

+
Zu Gast im Biologie-Unterricht: Andrea Umbach (Dritte von rechts) vom Verein Hospiz- und Demenzbetreuung gibt Schülern der Rhenanus-Schule Einblicke in die Betreuung von Demenz-Patienten. 

Bad Sooden-Allendorf. Intensiv befassten sich die Schüler der Klasse G9b der Rhenanus-Schule kürzlich mit dem Thema Demenz. Dazu war Koordinatorin Andrea Umbach vom Verein Hospiz- und Demenzbetreuung in den Biologie-Unterricht im Rahmen des Projekts „Eine Stadt liest ein Buch“ eingeladen worden.

„Demenz ist nicht heilbar – und sie führt zum Tod. Darauf muss man sich einfach einstellen. “ Die Referentin kommt ohne Umschweife auf den Punkt. Andrea Umbach erläutert den Schülern, die sich sonst mit den biologischen Ursachen dieser Gehirnerkrankung befassen, worauf Angehörige und Betreuer von Erkrankten im Alltag achten müssen – und welche Unterstützung sie erhalten können.

Während sonst die eher älteren Angehörigen von Demenzkranken vom Verein Hospiz- und Demenzbetreuung in Bad Sooden-Allendorf und dessen 46 ehrenamtlichen Mitarbeitern mit psychosozialer Hilfe und Entlastung von der Rundumbetreuung unterstütz und umfassend informiert werden, rückten diesmal die jungen Gymnasiasten in den Fokus der Aufklärungsarbeit der Organisation.

Zwei Schülerinnen der Klasse haben selbst bereits zum Teil bedrückende Erfahrungen mit Demenzerkrankungen in der Familie machen müssen – in unterschiedlichen Stadien, wie Schulpressesprecher Jörg Tiedemann berichtet. Auch an diese Schülerinnen richteten sich die Ratschläge von Andrea Umbach. Und die waren umfangreich, reichten vom besseren Verstehen der Ängste der Betroffenen über den Verlauf der Krankheit und die Veränderungen dabei bis zur Art der einfühlsamen Ansprache von Demenzpatienten.

Auch bei fortgeschrittener Krankheit sei die Gefühlsebene der Dementen immer noch sehr stark entfaltet, erklärte Umbach. Sie merkten es durchaus, wenn sie veralbert würden und litten massiv darunter. Von daher sollten die Angehörigen ihre Emotionen unbedingt unter Kontrolle halten.

In der anschließenden Gruppenarbeit und Diskussion zeigten die Schüler, wie intensiv sie sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Andrea Umbach demonstrierte ihnen dabei auch, wie man behutsam Anzeichen von Demenz ermitteln könne, ohne die Betroffenen zu verunsichern. Gleichzeitig warnte sie davor, einer ersten Diagnose blind zu vertrauen. Patienten, die einmal in das Raster „Demenz“ fielen, würden sich schwerlich davon befreien können.

Von daher sollte eine zweite Meinung eingeholt werden. Gründlich überprüft werden sollten Organe wie Herz, Niere und die Schilddrüse – und manchmal helfe es auch schon, ein bestimmtes Medikament zu ersetzen. (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.