Vier Parteien werfen Stadt Abschottung gegenüber Bürgern vor

Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe

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Bürgermeister Frank Hix und Büroleiterin Doreen Claus vor der geschlossenen Rathaustür.

Von SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern kommen Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung.

„Stadt muss auch in schwierigen Zeiten Dienstleister für seine Bürger sein“ – unter dieser Überschrift beklagen sich die vier Fraktionen von SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern im Bad Sooden-Allendorfer Stadtparlament in einer gemeinsamen Pressemitteilung darüber, dass „das Rathaus geschlossen und telefonisch niemand über die Zentrale oder Durchwahlnummern erreichbar“ sei für die „vielen Bürger“, die sich derzeit mit ihren lokalen Anliegen an noch offene Einzelhändler wendeten. Gebraucht würden für die Zeit der Corona-Pandemie eine Hotline sowie immer wieder aktualisierte Informationen, die über die Presse und die Homepage der Stadt an die Bürger weitergegeben werden.

FDP-Sprecher Siegmar Zumwinkel beispielsweise wünscht sich der Mitteilung zufolge für die Bürger „in der Stadtverwaltung einen ständigen Ansprechpartner“. Und FWG-Sprecher Lorenz Faßhauer kritisiert: „Es reicht nicht, wenn sich der Bürgermeister über Facebook und Instagram zu seinen Freunden äußert.“ „Man könnte“, schließt sich SPD-Fraktionschef Peter Hieronimus an, „fast von Abschottung der Stadt gegenüber seinen Bürgern sprechen“. „Die Vorwürfe sind schlicht und ergreifend unwahr“, erklärt dazu Bürgermeister Frank Hix (CDU) auf Anfrage. „Wir stellen die Informationen für die Bevölkerung auf unsere Homepage und unsere offizielle Facebook-Seite der Stadt“, erläutert der Rathaus-Chef, der sich zudem „schwer enttäuscht“ über das Verhalten der vier Fraktionen äußert. Jetzt gehe es doch darum, „gemeinsam die Krise zu bewältigen, anzupacken und uns gegenseitig zu unterstützen“.

Man habe ferner, zählt Hix noch auf, Aushänge erarbeitet und aufgehängt und die Ortsvorsteher gebeten, diese in die örtlichen Schaukästen zu hängen. Und er verweist darauf, dass ein Bürger-, ein Sorgen- und ein Seniorentelefon eingerichtet worden seien. Als ein Problem für manchen Anrufer im Rathaus kann sich der Bürgermeister nur vorstellen, dass kein Besetztzeichen ertönt, wenn bereits unter der Nummer gesprochen wird.

Auch er persönlich sei, so Hix, „jederzeit erreichbar, per Telefon, E-Mail und Messenger“. Und viele Menschen nutzten diese Möglichkeiten auch und träten mit ihm in Kontakt. Hix: „Diese Möglichkeit haben auch die Stadtverordneten.“ Bei mehreren Anrufen der HNA-Redaktion beim Bürgertelefon (0 56 52/ 9 58 53 01) und beim Krisen- und Sorgentelefon (0 56 52/ 9 58 53 25) der Stadt in den vergangenen Tagen kam es sofort zum Kontakt, zum einen mit dem Fachbereich Ordnung und Soziales, zum anderen mit Sozialarbeiterin Annette Ruske-Wolf. Niemand berichtete uns, dass es zu Klagen wegen Nichterreichbarkeit gekommen sei. Foto: S. Forbert " KOMMENTAR

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