Immer weniger Nachwuchs für die Einsatzabteilungen

Bad Sooden-Allendorfs Feuerwehren wollen Jugendarbeit verstärken

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Offizielle und Feuerwehrmänner nach der Ehrung für 40-jährige aktive Mitgliedschaft: Stadtbrandinspektor Andreas Eichenberg (von links), stellvertretender Kreisbrandinspektor Andreas Vedder, Gerd Grunewald, Uwe Lüttike, Bürgermeister Frank Hix, Holger Heine, Martin Hennemuth, Stadtverordnetenvorsteherin Silvia Börner, Reiner Lückert, Stefan Scharf. 

Vor dem Hintergrund eines dramatischen Mitgliederschwunds beim Nachwuchs wollen die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet von Bad Sooden-Allendorf ihre Jugendarbeit forcieren.

Die habe „höchste Priorität“, erklärte Stadtbrandinspektor Andreas Eichenberg am Freitagabend in der gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Allendorfer Hochzeitshaus.

Der auch andernorts zu beobachtende Abwärtstrend setze sich fort, bedauerte Eichenberg. So habe sich die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren seit dem Jahr 2013 von 120 auf aktuell 65 fast halbiert.

Die Jugend von heute sei das Reservoire für die Einsatzkräfte von morgen. Umso wichtiger sei die Brandschutzerziehung in den Kindergärten, um auf diese Weise schon die Jüngsten für das Feuerwehrwesen zu interessieren. Eigentlich müssten die Feuerwehren auch in der Grundschule aktiv werden, allerdings bezweifelte der Stadtbrandinspektor, dass dies zusätzlich leistbar sei.

Als Konsequenz aus dem Mitgliederrückgang gab Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Brill bekannt, dass seit Jahresanfang die Jugendwehren in Hilgershausen und Kammerbach gemeinsame Sache machten.

Die Zahl der Mitglieder in den Kindergruppen hat sich auf dem Niveau von 2013 stabilisiert und beträgt 42. Zwischen 2014 und 2016 hatte sie mit jeweils 54 ihren Höchststand.

In dem Erhebungszeitraum rückläufig war auch die Zahl der Einsatzkräfte. Sie reduzierte sich von 285 auf 255. Der Ehren- und Altersabteilung gehören 209, dem Spielmannszug 32 Feuerwehrleute an. Bei den Musikern sind die Frauen (24) deutlich in der Überzahl. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Mitglieder in allen fünf Abteilungen von 710 (2013) auf 603 (2019).

Im abgelaufenen Jahr waren die Einsatzabteilungen 135 Mal gefordert und leisteten dabei 15 640 Stunden Dienst. Dabei waren die technischen Hilfeleistungen mit einem Anteil von 45 Prozent deutlich in der Überzahl. Bei 128 Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen der Ehren- und Altersabteilung wurden weitere 6399 Stunden geleistet. Der Spielmannszug hatte 27 öffentliche Auftritte.

Einen „Riesendank“ für gute Kooperation sagte Eichenberg den städtischen Gremien und der Verwaltung, in der neuerdings Rainer Langefeld als Sachbearbeiter für die Feuerwehren zuständig ist.

Grußworte mit Dank an die Brandschützer für deren stete Einsatzbereitschaft richteten Bürgermeister Frank Hix, Parlamentsvorsteherin Silvia Börner und Peter Hieronimus im Namen der SPD-Fraktion.

Eingeleitet worden war die Versammlung durch Darbietungen des Spielmannszuges der Feuerwehr unter der Leitung von Martin Heldmann.

Neben einer Reihe von Auszeichnungen für Leistungen und Treue (siehe Artikel rechts) gab es auch drei Beförderungen: Zu Oberbrandmeistern wurden Nils Brocke (Kleinvach), Marcus Klenke (Bad Sooden-Allendorf) und Mark Rammenstein (Dudenrode) ernannt.

Mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold und Silber für langjährige Treue zur Feuerwehr wurden folgende Männer und Frauen bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung ausgezeichnet: 

40 Jahre: Stefan Scharf (Bad Sooden-Allendorf), Gerd Grundwald (Ellershausen), Martin Hennemuth (Dudenrode), Karsten Faßhauer, Reiner Lückert (beide Hilgershausen), Holger Heine und Uwe Lüttike (beide Orferode). 25 Jahre: Marcus Klenke (Bad Sooden-Allendorf), Sebastian Brötz, Andreas Rehbein (beide Dudenrode), Marcus Barth (Hilgershausen), Stefan Krug, Björn Krug, Frank Kirschner, Andreas Albrecht (alle Kammerbach), Sabrina Köhler, Sabrina Oesterheld (beide Oberrieden), Markus Böttner (Orferode). 

Das Feuerwehrleistungsabzeichen erhielten: 

Gold zum 10. Mal: Mario Oesterheld; zum 5. Mal: David Hinske (beide Oberrieden) und Franziska Ständer (Bad Sooden-Allendorf). Silber: Mario Ziegler (Ellershausen) und Jana Hinske (Oberrieden). Bronze: Maurice Speck (Kammerbach). Eisen: Simone Leis (Bad Sooden-Allendorf), Patrick Gros, Heike Kohlstädt und Niklas Rödiger (alle Kleinvach), Matthias Bux, Fabian Köhler und Danny Probst (alle Oberrieden) und Kai Herwig (Orferode).

 

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