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Badestädterin Lenchen Meder feiert ihren 100. Geburtstag

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Von: Christoph Cortis

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Umsorgt von ihren Lieben: die 100-jährige Magdalene Meder mit ihren Kindern Brunhilde v. Velsen (von links), Johannes Meder und Ingrid Brübach.
Umsorgt von ihren Lieben: die 100-jährige Magdalene Meder mit ihren Kindern Brunhilde v. Velsen (von links), Johannes Meder und Ingrid Brübach. © Chris Cortis

Eigentlich heißt sie Magdalene Meder, aber alle Welt und ihre große Familie sowieso nennen sie nur Oma Lenchen. Die kleine und eher zierliche Person mit immer noch klaren Augen und wachem Geist feiert am Freitag (20.10.2022) im Kreis ihrer Lieben 100. Geburtstag.

Bad Sooden-Allendorf – „Frische Luft und viel Bewegung“¸ verrät sie das Geheimnis, wie sie das fast schon biblische Alter erreichen konnte. Nur ganz selten gönnte sie sich mal ein Gläschen Wein, und Nikotin hat sie gemieden wie der Teufel das Weihwasser.

Mit 87 Jahren, mithin in einem Alter, in dem die meisten Menschen schon länger als zwei Jahrzehnte Rente beziehen, half sie noch tatkräftig aus im Geschäft ihres heute 64-jährigen Sohnes Johannes, der in der Allendorfer Altstadt vor 41 Jahren die Bäckerei seines Vaters Richard übernommen hatte. Dann hat sie Töpfe geschrubbt, die Backstube gereinigt oder Kuchen- und Tortenböden mit Obst und anderen Köstlichkeiten belegt.

Eine ihrer großen Leidenschaften war die Arbeit im Garten. Obst und Gemüse hat sie angebaut, Salat, Zwiebeln und Kartoffeln. Der Garten, das war ihre Oase. Dort hat sie Kraft getankt, oft mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen.

Ja, gesungen hat sie auch sehr gern. 60 Jahre lang gehörte sie zu den Stützen im Kirchenchor von St. Crucis. Und wann immer es die Zeit erlaubte, griff sie zur Stricknadel, um nicht nur die ganze Familie, sondern sogar das Personal im Ladengeschäft mit warmen Socken zu versorgen.

Geboren wurde die Jubilarin als Magdalena Klug in dem Städtchen Trendelburg, nicht weit entfernt von Hofgeismar. Als Nesthäkchen unter vier Geschwistern schwärmt sie noch heute von einer schönen und unbeschwerten Kindheit.

Noch vor dem 2. Weltkrieg wurde sie Verkäuferin in einer Bäckerei in Hofgeismar, wo sie auch ihren späteren Mann Richard Meder kennenlernte. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Die aber wurde getrübt durch den Kriegsbeginn. Auch Richard Meder wurde zu den Waffen gerufen, war in der Gluthitze Afrikas im Einsatz und geriet in Gefangenschaft, die er fünf Jahre in Kanada verbrachte. Für Lenchen begann ein langes Warten. Aber sie hielt durch, bis im Oktober 1948 endlich die Hochzeitsglocken läuteten und Richard nur ein Jahr später die Bäckerei seines Großvaters an der Ackerstraße in Bad Sooden-Allendorf übernahm.

Neben dem Sohn Johannes schenkte Lenchen ihrem 86-jährig verstorbenen Mann auch die Töchter Ingrid und Brunhilde, die heute 72 beziehungsweise 70 Jahr alt sind und Brübach bzw. v. Velsen heißen. Neben den drei Kindern gratuliert heute auch die Schar der Enkel und Ur-Enkel. Und dabei ist auch ein dreijähriges Ur-Urenkelchen.

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