Stadt fordert Sanierung von der Bahn

Bahnunterführung in Bad Sooden-Allendorf in desolatem Zustand

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Blanker Eisenträger: Bürgermeister Frank Hix (von links), Erster Stadtrat Günter Leis, Winfried Donow und Bauamtschef Helmut Franke sehen sich beim Ortstermin die Schäden an. 

Bad Sooden-Allendorf. Die Unterführung am Bahnhof in Bad Sooden-Allendorf ist in einem schlechten Zustand. Die Stadt sieht die Deutsche Bahn in der Pflicht. 

Kein Zweifel: Bad Sooden-Allendorf ist ein hübsches Städtchen. Aber wenn man dort aus dem Zug steigt, folgt der große Schock auf dem Fuße.

Die Unterführung, die man benutzen muss, um das Bahngelände zu verlassen und eventuell eines der schon wartenden Taxis zu erreichen, befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand: Unterirdisch im doppelten Sinne.

Großflächig bröckelt der Putz von der Decke. Fliesen sind zum großen Teil abgeplatzt, die Wände total verschmutzt. Auf der Hälfte völlig blank rostet in der Decke ein Eisenträger vor sich hin. Die einheimischen Bahnpendler mögen sich vielleicht an den schauderhaften Anblick schon gewöhnt haben. Aber eine Visitenkarte, wie man sich wünscht, ist das allemal nicht. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass der Weg zu den Bahnsteigen stellenweise auch noch von leeren Zigarettenschachteln oder Tetrapacks, Bonbontüten und anderem Abfall gesäumt wird.

„Das geht jetzt schon seit Jahren so. Ein untragbarer Zustand“, ärgerte sich ein schimpfender Bürgermeister Frank Hix, der sich am Montagvormittag zusammen mit Erstem Stadtrat Günter Leis, Bauamtschef Helmut Franke und Winfried Donow als Vertreter der Lokalen Agenda die Sache aus der Nähe anschaute. Dabei erinnerte er sich daran, wie er vor Jahren auf dem Bahnsteig den Schauspieler Horst Janson abholte, der zu einer Lesung im Rahmen der Märchenwoche in die Kurstadt gereist war. Hix: „Das war einfach nur peinlich.“ Zielscheibe seiner Kritik ist die Bahn, die allein für den Zustand verantwortlich und in der Vergangenheit immer wieder um rasche Abhilfe gebeten worden sei.

Zuletzt drängte darauf Bauamtsleiter Helmut Franke, der erst am letzten Freitag nach eigenen Angaben mit dem Hinweis beschieden wurde, die Bahn müsse sich zunächst anderenorts um wichtigere Sanierungsmaßnahmen kümmern.

Um nicht selbst den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, hat sich die Stadt jetzt zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen und lässt Schilder aufstellen, welche die Verantwortlichkeiten exakt benennen. Vor Jahren schon hatte die Stadt an einer Wand der Unterführung mit sechs mannshohen Farbfotos den Makel ausgebrochener Fliesen verdeckt. Auf einem der Bilder grüßt Bad Sooden-Allendorf als „die Perle im Werraland“.

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