Volksmusik lockte 300 Besucher nach Bad Sooden

Band "Rebellion im Zillertal" begeistert Fans mit „Zicke-Zacke“ im Mozart-Saal

Mischte das Publikum kräftig auf: die österreichische Cover-Band „Rebellion im Zillertal“, hier mit Frontmann Marc Pircher am Akkordeon. Foto: Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorf – „Zicke, Zacke, Zicke, Zacke“ brüllte Frontmann Marc Pircher nicht nur einmal ins Mikrofon. Und das Echo aus mehr als 300 Kehlen kam prompt: „Heu, Heu, Heu“ schallte es ihm stimmgewaltig entgegen.

Festzeltatmosphäre am Samstagabend im Mozart-Saal des Soodener Kultur- und Kongresszentrums. Ihren vor allem lautstarken Auftritt hatte dort „Rebellion im Zillertal“, eine Cover-Band der legendären Zillertaler Schürzenjäger.

Hatten ihren Spaß: Die Zuhörer ließen sich bereitwillig ein auf die Kommandos von der Bühne.

Hemdsärmelig und in Krachledernen schleppte das Servicepersonal in 10er-Trägern frisch gezapftes Bier zu den mit weißem Papier gedeckten Festzeltgarnituren. Unters Publikum aus überwiegend reiferen Jahrgängen hatte sich auch viel Jungvolk gemischt – dem ja oft nachgesagt wird, dass es mit der heilen Welt der Volksmusik nicht viel am Hut hat. Gäste von auswärts waren deutlich in der Überzahl. Brav gehorchten die Zuhörer den Kommandos von der Bühne: Aufstehen, Arme schwenken, Schunkeln! Gymnastikstunde im volkstümlichen Modus. Meist gehörter Satz aus den dröhnenden Lautsprecherboxen: „Ein Prosit der Gemütlichkeit . . .“

Und die Musiker? Die spulten ihr Programm routiniert herunter, rissen Zoten, jodelten sich fast die Lunge aus dem Leib und kamen, unterstützt von je zwei Akkordeons und Gitarren, zu der wenig überraschenden Erkenntnis: „Dahoam is Dahoam“. Sanftere Töne schlug das Quintett aus vier Österreichern und einem Bayern am Schlagzeug erst beim finalen „Sierra Madre“ an.

Bevor die Fünf in der Originaltracht ihrer musikalischen Vorbilder die Bühne in Beschlag nahmen, hatte Marc Pircher als Solist fast 90 Minuten lang die Stimmung angeheizt, nicht ohne zum Schluss mit einem Augenzwinkern auf den Hinweis zu verzichten, für läppische zehn Euro könne man nicht nur seine CD haben, sondern als Zugabe einen Fan-Schal und einen Schnaps.

Eingefädelt hatte das Konzert der DJ Andre Guthardt aus Blickershausen, der mit der Ermschwerder Band „El Trinkos“ die Zillertaler in Wabern erlebt und vom Fleck weg engagiert hatte. Während die allermeisten Zuhörer ihren Spaß hatten, schimpfte ein älterer Herr über den „Höllenlärm“. Ein anderer witzelte: „Ein tolles Konzert – für Gehörlose.“

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