Über 2000 Besucher in Allendorf: Aus Bauernmarkt wird Straßenfest

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Für den verwöhnten Gaumen: Markus Hamp, Vorstandsmitglied von „Handel(n) in BSA“, kredenzt Marktbesuchern einen portugiesischen Rotwein.

Bad Sooden-Allendorf. Auch ohne Strohgirlanden, Wimpelketten und Fahnenschmuck: Im Herzen der Allendorfer Altstadt sah es am Sonntag ein bisschen so aus wie beim Erntefest. Menschenmengen schoben sich durch die Kirchstraße und über den Marktplatz.

Der Anlass: Ein Bauernmarkt, mit dem der Gewerbeverein „Handel(n) in BSA“ (HiB) auf den zweiten und für dieses Jahr letzten verkaufsoffenen Sonntag in Allendorf aufmerksam machen wollte, wie er auf der anderen Seite der Werra in Sooden schon seit Jahr und Tag üblich ist.

Das Konzept ist aufgegangen. Nach vorsichtigen Schätzungen des Vereins lockten die Stände zwischen Marktplatz und Bahnhofstraße und die geöffneten Geschäfte mehr als 2000 Besucher an, so dass aus dem Bauernmarkt letztlich ein großes Straßenfest wurde.

Zwölf Riesenbleche Kuchen

Zu haben war fast alles, was vor allem den Gaumen erfreut: saftiges Fleisch vom Meißner-Landschwein mit Kräutersauce, Schmalzbrote, Zwiebelkuchen, Leber- und Blutwurst und Flüssiges in allen Variationen: portugiesischer Rotwein, weißer Riesling, Sekt, Apfelsaft und natürlich ein frisch gezapftes Bier. Auf zwölf riesigen Blechen servierten die Landfrauen aus Ellershausen und Oberrieden Kuchen. Die rund 700 Stücke waren nach nur anderthalb Stunden ausverkauft. Aus eigenem Anbau boten Landwirte ihre Bioprodukte an. Und wer noch Accessoires für Halloween benötigte, war am Kürbisstand richtig.

Wolle spinnen

Alte Handwerkskunst präsentierte die Schäferei Timmerberg aus Dudenrode. Wer wollte, konnte sich selbst ans Spinnrad setzen, so wie Erika Dornieden aus Lengenfeld unter dem Stein. Sie hält sich gerade zur Kur in Bad Sooden-Allendorf auf, hat selbst zu Hause ein Spinnrad stehen, bezieht regelmäßig Vlies vom Coburger Fuchsschaf und benötigt nach eigenen Angaben in allen Arbeitsgängen 15 Stunden zur Herstellung eines Paares Wollstrümpfe.

Weil die Schlepper- und Oldtimerfreunde aus Kammerbach vier Uralt-Fahrzeuge mitgebracht hatten, klemmte sich der fünfjährige Philipp hinters Lenkrad eines mehr als zehnmal so alten Allrad-Vehikels, das es mit 54 PS und einem Hubraum von 3400 Kubikzentimetern auf zügige 62 Kilometer pro Stunde bringt.

Der Gewerbeverein blickt optimistisch in die Zukunft. Schon jetzt, so Vorsitzende Silvia Schmidt, hätten etliche neue Interessenten angekündigt, als regionale Anbieter beim nächsten Mal dabei zu sein. Das wird dann zu Ostern 2015 sein. (zcc)

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