Naturschutzbeirat Werra-Meißner fordert Ausnahmen

Vorschlag: Landschaftspflege-Pferde nicht besteuern

+
Pferde trotzen der Kälte

Bad Sooden-Allendorf. Der Naturschutzbeirat Werra-Meißner regt Ausnahmen bei der Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf an.

Vier Jahre nach Einführung der Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf hat sich der Naturschutzbeirat des Werra-Meißner-Kreises mit einem Vorschlag zur Änderung der Satzung an die Vorsitzenden der fünf in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen gewandt.

Der Beirat regt an, dass die Pferde, die ausschließlich zur Landschaftspflege gehalten werden, von der Steuer befreit werden können. Um zu verhindern, dass die übrigen Satzungsvorgaben umgangen werden, schlägt der Naturschutzbeirat zudem vor, die Befreiung von der Pferdesteuer befristet und auf Widerruf zu erteilen.

Als Grund für die Anregung nennt der Naturschutzbeirat in seinem Schreiben an die Fraktionschefs, dass die Pferdehaltung im Gebiet der Stadt Bad Sooden-Allendorf „wesentlich zum Erhalt des dort vorhandenen Grünlandes dient“. Insbesondere auf wenig ertragreichen Standorten sei das Pferd eine echte Alternative zu Milchkühen und Rindern. Ohne das Beweiden durch Pferde sieht das Gremium den Erhalt des Grünlandes „mit teilweise einzigartigem Artenreichtum“ gefährdet. Der Beirat sorgt sich sogar, dass die Pferdesteuer in ihrer derzeitigen Fassung dazu führt, dass weniger Grünland genutzt wird und damit mehr Landschaft verbuscht. Die Folge seien auch mehr Kosten für die Allgemeinheit.

Grünlandstandorte im Werra-Meißner-Kreis werden aus Sicht des Naturschutzes als wertvolle Biotope erachtet, die bei Beweidung durch Kühe, Pferde und Schafe die Vielfalt an Pflanzen- und Kleintierarten unterstützten. Und insbesondere das Gewinnen von Heu ausdrücklich nur für Pferde durch sehr späten Grasschnitt im Jahr stelle ein „unverzichtbares Element“ dar, um die vielen Arten auf dem Grünland zu erhalten.

Den Brief hat der Naturschutzbeirat erst kürzlich verschickt, nachdem Versuche in der Vergangenheit unter anderem von Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann (Grüne) bei der Badestadt bislang nicht zu einer Lösung des Problems führten. Wichtig sei auch, erläuterte auf Anfrage Beiratsvorsitzender Bernd Hiddemann, dass die Kommunalpolitiker ohne Emotionen, sondern sachlich abwägen. Dafür sei jetzt die Zeit, hofft er.

Beirat berät eigentlich nur  

Der Naturschutzbeirat ist ein Gremium, dass den Kreisausschuss beziehungsweise die Untere Naturschutzbehörde berät. Ihm gehören zehn Experten aus dem Naturschutz und Vertreter von mit Naturschutzfragen befassten Verbänden an. Seine Sitzungen sind nicht öffentlich.

Dass sich der Beirat mit einem Schreiben an politische Entscheidungsträger wendet, ist selten. Sonst gehen seine Stellungnahme nur an Behörden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.