Seit 2013 stetig gewachsen

Bevölkerungsentwicklung: Witzenhausen, Hess. Lichtenau und BSA sind die Ausnahmen

Sind das Problem angegangen: Zusammen mit der Sparkasse Werra-Meißner hat Bürgermeister Friedhelm Junghans (Mitte) Bauplätze und Leerstand seit 2017 vermarktet. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Archivfoto: Constanze Wüstefeld
+
Sind das Problem angegangen: Zusammen mit der Sparkasse Werra-Meißner hat Bürgermeister Friedhelm Junghans (Mitte) Bauplätze und Leerstand seit 2017 vermarktet. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt.

Es gibt es auch positive Beispiele: In Witzenhausen (+204), Hessisch Lichtenau (+481) und Bad Sooden-Allendorf (+230) ist die Bevölkerungszahl seit 2013 unter dem Strich gestiegen.

Werra-Meißner – Schon mehrfach wurde dem Kreis eine Bevölkerungszahl von unter 100 000 Einwohnern prognostiziert, am Jahresende ist diese Befürchtung aber nie eingetroffen. Neben einer grundsätzlich sinkenden Einwohnerzahl, die nach Angaben des Werra-Meißner-Kreises auf die hohe Sterberate der überalterten Bevölkerung zurückzuführen ist, gibt es auch die Ausnahmen.

Bad Sooden-Allendorf

In Hessisch Lichtenau mache sich die Nähe zu Kassel bemerkbar, in Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf könnten die Hochschulstandorte ein entscheidender Faktor für den Bevölkerungszuwachs sein. „Die Studenten machen zwar einen guten Teil aus, im ersten Halbjahr haben wir auch ohne die chinesischen Schüler, die wegen Corona nicht gekommen sind, 42 Einwohner dazugewonnen“, sagt Bürgermeister Frank Hix. Er macht die Lage seiner Stadt als wesentlichen Grund aus: Bahnanschluss in der Mitte von Deutschland, die Nähe zu Göttingen und Kassel, unberührte Natur ringsherum. Auch der Kurstadt-Titel habe zum Zuwachs beigetragen. „Patienten und Touristen lernen während ihres Aufenthalts unsere Stadt kennen und verlegen nicht selten ihren Lebensmittelpunkt“, sagt Hix. Nicht nur ältere Menschen kämen, auch Familien mit Kindern siedeln sich an. Gerade wird ein neues Wohnbaugebiet ausgewiesen, in der Innenstadt gibt es kaum Leerstand.

Wehretal

Positive Zwischenergebnisse vermelden auch die Gemeinden Wehretal und Meißner. Wehretal sei ein attraktiver Wohnstandort mit einer zentralen Lage, sagt Bürgermeister Timo Friedrich. Durch den Verkauf aller Baugrundstücke „Beim Tannenbaum“ in Reichensachsen seien viele Wohnhäuser entstanden, die im ersten Halbjahr 2021 bezogen wurden. Gerade wird ein weiteres Baugebiet erschlossen.

Meißner

Ähnlich sieht es in Meißner aus. In Abterode und Weidenhausen wurden Baugrundstücke verkauft. Aber auch Leestand wurde behoben. 2021 wurden Bestandsimmobilien im Wert von rund drei Millionen Euro verkauft. „Familien sind in unbewohnte oder vorher nur noch mit einer Person bewohnte Häuser gezogen“, erklärt Bürgermeister Friedhelm Junghans.

Wanfried

Darauf, dass sich die Statistik bis Jahresende bereinigt, setzt auch Wilhelm Gebhard, Bürgermeister der Stadt Wanfried. Auch im vergangenen Jahr war der Zuwachs im ersten Halbjahr negativ, im zweiten dann so positiv, dass eine Zunahme von 16 herauskam. Die Zahlen sind seit 2013 in Wanfried indes nahezu konstant. Den Sterbeüberschuss konnte die Stadt bislang mit Zuzügen ausgleichen.

KommuneEinwohnerZu-/AbgängeZu-/Abnahme in Prozent
Bad Sooden-Allendorf8502420,5
Berkatal1452100,7
Eschwege19.347-18-0,1
Großalmerode632850,1
Herleshausen2766-18-0,7
Hessisch Lichtenau12.403-40-0,3
Meinhard4537-18-0,4
Meißner2936230,8
Neu-Eichenberg1816-16-0,9
Ringgau2876-8-0,3
Sontra7649-44-0,6
Waldkappel422910,02
Wanfried4179-11-0,3
Wehretal4990270,5
Weißenborn973-13-1,32
Witzenhausen14.953-50-0,3
Werra-Meißner-Kreis 99.918-128-0,1

Dass die Einwohnerzahl im Werra-Meißner-Kreis unter die magische Grenze von 100 000 fällt, hat indes keine signifikanten Auswirkungen, bestätigt Landkreissprecher Jörg Klinge. Ob ein Landkreis mehr oder weniger als 100 000 Einwohner hat, sei nicht für Landeszuweisungen, Besoldung oder Stellenschlüssel ausschlaggebend. (Tobias Stück)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.