Bad Sooden-Allendorf bietet aber Alternativ-Programm an

Brunnenfest fällt ins Wasser

Kein Brunnenfest, aber kleines Programm: Der neue Vorsitzende des Festausschusses, René Ringleb (links), und sein Amtsvorgänger, Theodor Horchelhahn.
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Kein Brunnenfest, aber kleines Programm: Der neue Vorsitzende des Festausschusses, René Ringleb (links), und sein Amtsvorgänger, Theodor Horchelhahn.

Statt eines großen Brunnenfestes gibt es nun in Bad Sooden-Allendorf ein kleines Alternativ-Programm.

Bad Sooden-Allendorf – Neuer Nackenschlag für den Tourismusstandort Bad Sooden-Allendorf: Nachdem coronabedingt schon die Märchenwoche abgesagt worden ist, die eigentlich am kommenden Sonntag hätte beginnen sollen, fällt aus demselben Grund und jetzt zum zweiten Mal in Folge auch das Brunnenfest ins Wasser. Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung der neue Vorsitzende des Brunnenfestausschusses, René Ringleb.

Der 49-jährige Polizeibeamte, der Fachlehrer bei der Bundespolizei ist und dem Ausschuss seit vier Jahren angehört, ist Nachfolger von Theodor Horchelhahn (66), der acht Jahre an der Spitze dieses Gremiums gestanden hatte.

Nach alter Tradition wird das Brunnenfest als Dank für Salz und Sole nach einer Verfügung des Salzgreben und Pfarrers Rhenanus aus dem Jahr 1584 immer an Pfingsten gefeiert und lockt jedes Mal Tausende von Besuchern an. Es ist nach dem Lullusfest in Bad Hersfeld das zweitälteste in Nordhessen.

Nur schweren Herzens habe man sich zu der Absage dieses Soodener Volksfestes entschlossen, das stets einen monatelangen Vorlauf benötige, um die Verträge mit den Musikkapellen und Standbetreibern unter Dach und Fach zu bringen und die Genehmigungen einzuholen, sagte Ringleb. Gänzlich verzichten wolle man auf die Feierlichkeiten allerdings nicht, kündigte er ein kleines Ersatzprogramm an, falls es die Pandemie-Lage zulasse.

So werde der Pfingstbaum, der üblicherweise am Samstag vor Pfingsten aufgestellt wird, umgetauft als Maibaum und schon am letzten Apriltag in der Nähe des Gradierwerks errichtet. Am 9. Mai werde Soodens Pfarrer Dr. Daniel Bormuth den Baum im Rahmen eines Gottesdienstes mit öffentlicher Taufe segnen.

Mitwirken an dieser Veranstaltung auf der Rasenfläche am Kunsthaus werde der örtliche Posaunenchor, der sich möglicherweise anschließend auch zu weltlicher Musik überreden lasse. Festhalten wolle der Brunnenfestausschuss auch an der feierlichen Übergabe von Salz und Sole im Schatten des ehemaligen Salzamtes. Bestand haben würden ferner Kirchgang und Salzpredigt am Pfingstmontag, 24. Mai.

Einen Tag zuvor falle als Publikumsmagnet das Salzsieden wie zu alten Zeiten allerdings aus. Bis September seien darüber hinaus weitere Veranstaltungen geplant, so eine Bilderausstellung im Kunsthaus, eine Demonstration des Modellbauclubs und eine Führung zur Besichtigung des Gradierwerks und des ersten Badehauses durch Mitglieder des örtlichen Vereins für Heimatkunde.

Unterstützung erhält der Brunnenfestausschuss von der VR-Bank Mitte, die als Sponsor vier stabile Tische und 16 Stühle gestiftet hat. Abschlägig beschieden wurde hingegen ein Antrag Ring-lebs, der sich beim hessischen Wirtschaftsministerium um einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro zur Förderung der ehrenamtlichen Aktivitäten aus einem eigens dafür geschaffenen Programm bemüht hatte.

Dafür waren nach Angaben des Vorsitzenden dem Werra-Meißner-Kreis 60 000 Euro zur Verteilung bereitgestellt worden, wovon das Brunnenfest mangels Masse aber nicht habe profitieren können. (Chris Cortis)

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