Verwaltung besuchte die Einwohner

Bürgergespräche in Bad Sooden-Allendorf: Sorge um Hotel und Straßen

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Freuen sich über eine stetig wachsende Stadt: Bauamtsleiter Helmut Franke (links) und Bürgermeister Frank Hix im Neubaugebiet Sooden-Süd.

Dem Bürgermeister und seinem Team im Rathaus mal direkt auf den Zahn fühlen - das konnten die Bad Sooden-Allendorfer bei zehn Terminen unter dem Motto "Verwaltung im Gespräch". Diese Sorgen äußerten sie.

Langsam, aber sicher gehen der Stadt Bad Sooden-Allendorf die Baugrundstücke aus. Nachdem es „Auf dem Wassergraben“ in Allendorf nur noch wenige Baulücken gibt, sind jenseits der Werra in Sooden-Süd bereits alle Grundstücke verkauft und zum größten Teil auch schon überwiegend mit Bungalows bebaut.

Seit Jahren wächst auch die Zahl der Einwohner auf aktuell knapp 8600. Diese positive Bilanz zog Bürgermeister Frank Hix, der unter dem Stichwort „Verwaltung im Gespräch“ in der Kernstadt und in den Stadtteilen Rechenschaft ablegte über die Entwicklung der Kurstadt, zuletzt am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus von Dudenrode.

Bis zu 300 Einwohner hätten in den insgesamt zehn Veranstaltungen von der Gelegenheit Gebrauch gemacht, sich aus erster Hand zu informieren und mit der Verwaltung ins Gespräch zu kommen, resümierte Hix. Dabei sei vielfach der Wunsch geäußert, einen solchen direkten Austausch in einem engeren Rhythmus, etwa alle zwei Jahre, zu ermöglichen.

Als Sorgenkind (Hix: „Eine unserer größten Baustellen“) sei häufig das Kurparkhotel angesprochen worden, das mit seinen 89 Zimmern seit April leer steht, weil der Eigentümer im Gegensatz zu seiner vertraglichen Verpflichtung daraus ein Pflegeheim machen wolle. Zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises bemühe sich die Stadt intensiv um einen neuen Betreiber des Vier-Sterne-Hauses, notfalls auch um einen Investor, der an anderer Stelle ein gleichwertiges Hotel errichte.

Thema war nach Angaben des Bürgermeisters auch die Grundsteuer B, die für Haus- und Grundstückseigentümer seit 2016 von 590 Prozentpunkten auf jetzt 800 gestiegen und damit kreisweit die höchste Abgabe ist. Weil der städtische Haushalt seit mehr als 20 Jahren erstmals wieder ein Plus ausweise, sei geplant, diese Steuer in den nächsten fünf Jahren nicht weiter zu erhöhen. Seriös zu versprechen sei dies aber nicht, wies Hix auf Einnahmeausfälle in einer Größenordnung von über 200.000 Euro beim Holzverkauf hin, bedingt durch die Vernichtung großer Fichtenbestände aufgrund der Trockenperioden und des Befalls durch den Borkenkäfer.

Nach wie vor äußerst kritisch betrachtet werden von den Bürgern auch die Straßenausbaubeiträge, weil sich den Verzicht darauf nur finanzstarke Kommunen leisten könnten. Deshalb sei die Neuregelung durch das Land Hessen „ungerecht“, befand auch der Rathauschef.

Neben den immer wieder zu hörenden Beschwerden über Hundekot kam aus Dudenrode die Anregung, die gelben Säcke für Plastikmüll nach dem Beispiel Eschweges durch die gelbe Mülltonne zu ersetzen und – falls die nicht ausreiche – gelbe Säcke hinzukaufen zu müssen. „Bei uns gehen die Waschbären mit den gelben Säcken spazieren“, so eine Stimme aus dem Publikum.

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