Kurort soll Touristenstadt werden

Bürgermeisterkandidatin Rhenius-Thimm will Bad Sooden-Allendorf lebendiger machen

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Eine will ins Rathaus, vier stehen hinter ihr: Sandra Rhenius-Thimm tritt als parteilose Bürgermeisterkandidatin in Bad Sooden-Allendorf an. Unterstützt wird sie von den Grünen (hier mit Michael Siedler, von links), der FWG (Lorenz Faßhauer), der SPD (Peter Hieronimus) und der FDP (Siegmar Zumwinkel). 

Mehr Tourismus, mehr Bürgerbeteiligung und eine moderne Verwaltung – mit dieser Vision möchte Sandra Rhenius-Thimm Bad Sooden-Allendorf in die Zukunft führen. Die Parteilose wird auf ihrem Weg zur Bürgermeisterwahl unterstützt von SPD, Grünen, FWG und FDP.

„Die Stadt braucht jemanden, der vielfältig aufgestellt ist und viel Erfahrung hat“, sagt die 49-Jährige selbstbewusst. Sie hat an vielen Orten gelebt, in Verwaltung und Wirtschaft gearbeitet und findet vor diesem Erfahrungshorizont: Die Badestadt verkaufe sich unter Wert, gerade im Bereich Tourismus könne man mehr Jobs schaffen.

„Wir haben wunderschöne Natur, günstigen Wohnraum und eine gute Infrastruktur“, sagt Rhenius-Thimm. Daraus müsse man mehr machen. Seit der Kurreform in den 1990ern kämen vorwiegend Reha-Patienten, die zumeist in den Kliniken blieben und vor Ort wenig Geld ausgäben. 

Rhenius-Thimm glaubt, dass man den aktuellen Trend zu mehr Natur und Regionalität für den Tourismus nutzen könne – wenn Stadt und Ortsteile professioneller vermarktet würde. „Wir werden nicht zufällig gefunden.“ 

Die Stadt brauche ein Gesamtkonzept für Tourismus, Wirtschaft und die Dörfer. Sie könnte mit eigenen Veranstaltungen Menschen anlocken. „Mit Konzerten kann man Geld verdienen, damit sind andere Kommunen erfolgreich“, sagt die Kandidatin. Auch müsse das Kurparkhotel wiederbelebt werden. „Das geht nicht ohne Herrn Eymer.“

Als Mitarbeiterin der kommunalen Fachaufsicht beim Innenministerium bekommt sie viel aus den 122 Kommunen in Sachsen-Anhalt mit – alle hätten ähnliche Probleme: viele Aufgaben, hohe Schulden, wenig Personal in der Verwaltung, wenig Wertschätzung. Bad Sooden-Allendorf brauche „ein neues Leitpony, das vorweg geht“, sagt sie. 

Als Bürgermeisterin würde sie eine Stelle in der Verwaltung schaffen, die sich gezielt mit Fördermitteln beschäftigt und Bürgern beim Ausfüllen von Anträgen hilft – etwa für den Stadtumbau. „Das Geld ist oft da, wird aber nicht abgerufen.“ Sie hofft, so auch Geld für die Sanierung der Stadtmauer aufzutun. Auch Siegmar Zumwinkel (FDP) findet: Die Stadt muss sich bei solchen Themen mehr dahinterklemmen.

Politisch hat sich Rhenius-Thimm noch nicht engagiert – Arbeit, Pendeln und Familie forderten zu viel Zeit. Doch das sei ein Vorteil, gerade für die Politikverdrossenen, sagt sie. „Ich bin keine Kandidatin für eine Partei, sondern für eine sachgerechte Politik.“ 

Vor parteipolitische Karren will sie sich nicht spannen lassen – das wissen auch SPD, Grüne, FWG und FDP, sagt Peter Hieronimus (SPD): „Wir haben gemeinsame Ziele, wollen aber auch unsere Eigenheiten erhalten.“ Daher sei eine unabhängige Kandidatin gut. „Eine Bürgermeisterin muss neutral sein“, sagt Lorenz Faßhauer (FWG).

Michael Siedler (Grüne) lobt Rhenius-Thimms Verwaltungserfahrung: „Sie soll die Verwaltung führen, die Politik macht das Parlament.“ Bis zur Wahl am 6. September plant sie monatlich eine größere Aktion, um sich bekannter zu machen, und will freitags und am Wochenende Termine wahrnehmen. Zudem will Rhenius-Thimm an vielen Türen klingeln, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Es gibt Menschen, die tolle Ideen haben. Sie müssen nur gehört werden.“

Zur Person

Sandra Rhenius-Thimm (49) ist in Bad Sooden-Allendorf aufgewachsen. Nach dem Abitur ließ sie sich beim Bundesinnenministerium zur Diplom-Verwaltungswirtin ausbilden und arbeitete dann beim Land Sachsen-Anhalt in Magdeburg im Bereich Innere Sicherheit. Nach der Geburt ihres Sohnes ließ sich Rhenius-Thimm freistellen und führte einige Jahre lang Geschäfte für Baby-, Kinder - und Umstandsmode in Bad Sooden-Allendorf, Eschwege und Berlin. Rhenius-Thimm pendelte zeitweise zwischen drei Wohnsitzen. Mittlerweile arbeitet sie wieder im Innenministerium in Magdeburg. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn (23) und eine Tochter (18).

Ihr nächster Wahlkampftermin: Ein Frühschoppen mit Jazz- und Soulmusik von Albert N’Sanda am Sonntag, 15. März. Ab 11 Uhr sollen Interessierte Rhenius-Thimm im Bistro „Zweistein“ kennenlernen können. Mehr Infos: zusammenwachsen-bsa.de

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