Burgenparade: Wanderer kommen auf dem Weg zu Schloss Rothestein ins Schwärmen

Am Ziel vor Schloss Rothestein: Ilona Schlanke (von links), Klodewig Eller, Anne-Lena Litzen und Sabine Jacob sind begeistert von der Schönheit unserer Region. In der Mitte Wanderführer Peter Drechsler. Fotos: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Auf der Terrasse vor dem Portal von Schloss Rothestein lässt Ilona Schlanke ihren Blick schweifen. Tief im Tal schlängelt sich in blinzender Sonne das silberne Band der Werra, umgeben von wogenden Feldern, saftigen Weiden und hügeligen Wäldern.

„Eine wunderschöne Ecke“, schwärmt die Frau, die sich zurzeit zu einer Kur in der Badestadt aufhält.

So wie ihr geht es wohl allen Beteiligten, die sich am Sonntag bei zunächst strömendem Regen auf die dritte Etappe des Werra-Burgen-Steigs begeben haben, der mit den Hermannshöhen, dem Moselsteig, dem Vogtland-Panoramweg und dem Rennsteig um den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2016“ streitet, und zwar in der Kategorie „Routen“. Das sind mehrtägige Rund- und Streckenwege.

Ilona Schlanke macht üblicherweise und gern ausgedehnte Wanderungen am Strand. Sie ist nämlich in Ribnitz-Dumgarten (Mecklenburg-Vorpommern) zu Hause und hat die Ostsee praktisch vor der Haustür. An diesem Sonntag aber benötigt sie festes Schuhwerk, Pullover und Anorak. Den steilen Anstieg vom Tal zum Schloss hat sie problemlos geschafft.

Nach kurzer Begrüßung durch Bürgermeister Frank Hix hatte Wanderführer Peter Drechsler rund 40 Unverzagten den Weg zum Schloss gewiesen. Dabei auch eine elfköpfige Gruppe des örtlichen Pfadfinderstammes Mittelerde mit Sina Neuenroth und Töchterchen Gina Luna (3) auf dem Rücken: samt Wasserflasche und Gepäck rund 18 Kilo. „Das macht mir nichts aus. Ich bin das gewohnt“, lacht sie.

Am Fuß von Schloss Rothestein, wohin durch dichten Laubwald in Serpentinen eine holprige und zum Teil sehr lückenhaft geteerte Schotterpiste führt, konnten die tapferen Wanderer ihre Kapuzen und andere Kopfbedeckungen abziehen. Der Regen hatte aufgehört. Oben am Schloss wartete die verdiente Stärkung in flüssiger und fester Form. Die mittelalterliche Gruppe Westera um Vorsitzenden Dr. Arne Zibat bot auf einer nahen Wiese unter anderem Bogenschießen und Axtwerfen an.

Wer mehr über unsere schöne Region erfahren wollte, war bei Andrea Imhäuser am Naturpark-Mobil gut aufgehoben. Und Gerhard Rademacher führte dreimal zur vollen Stunde Interessierte durch die frei zugänglichen Gemächer des Schlosses bis hinauf auf den Turm.

Nachdem drei Etappen des Werra-Burgen-Steigs abgehakt sind, geht es am nächsten Sonntag auf die letzte Route bis zur Tannenburg bei Nentershausen. Bis zum 30. Juni kann jedermann für Deutschlands schönsten Wanderweg votieren. Das kann am einfachsten geschehen per Internet unter der Adresse www.wandermagazin.de/wahlbuero. Wer das Rennen gemacht hat, wird am 3. September auf der Wander- und Trekkingmesse in Düsseldorf bekannt gegeben. (zcc)

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