Berufswunsch seit dem 13. Lebensjahr

Chemikalien-Allergie: Friseur Mathias Hoffmann nutzt Bio-Produkte

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„Natürliche Haarpflege“: Mit ausschließlich biologischen Produkten arbeitet Friseurmeister Mathias Hoffmann und konnte damit auch schon Kundin Carmen Roßband begeistern. 

Bad Sooden-Allendorf. Friseur war sein Traumberuf, doch dann stand Mathias Hoffmann mit Anfang 20 vor dem beruflichen Aus: Er reagierte allergisch auf Shampoos und Co. Bio-Produkte retteten seine Karriere.

Großstadt-Flair in der Kurstadt Bad Sooden-Allendorf - das ist es, was die Kunden von Mathias Hoffmann erwartet, wenn sie in seinen Friseur-Salon „natürliche Haarpflege“ kommen. Das Besondere an dem Geschäft: Hoffmann nutzt ausschließlich natürliche Produkte zum Pflegen, Stylen und Färben von Haaren. Der 22-Jährige lernte bei Star-Friseurin Marlies Möller und arbeitete lange Zeit in Hamburg, bis ihn ein Schicksalsschlag vorrübergehend berufsunfähig und dann zum Bio-Friseur machte.

Allergie gegen Shampoo

„Ich habe eine Unverträglichkeit gegenüber den Chemikalien entwickelt, die in den meisten Pflege- und Färbeprodukten, mit denen ich gearbeitet habe, enthalten sind“, erklärt Hoffmann. Die Dämpfe von den Mitteln bereiteten ihm zunehmend Atembeschwerden und seine Haut reagierte empfindlich beim Kontakt mit Schampoo, Haarspray und Co. Als ihm sein Arzt dann bestätigte, dass Hoffmann allergisch auf sein Handwerksmaterial war, fiel der gelernte Friseurmeister „erst einmal in ein tiefes Loch“, wie er sagt. „Ich habe schon mit 13 beschlossen, Friseur zu werden und bis zu meinem Ausbildungsbeginn mit 16 Jahren meine Ferien für Praktika genutzt“, erzählt Hoffmann. Sein bisheriges Leben war nur auf seinen Traumberuf ausgerichtet.

Nachdem er beschloss, seine Gesundheit nicht mehr länger aufs Spiel zu setzen, orientierte er sich neu. Doch der Schritt zum Bio-Friseur und zu dem Geschäft in Bad Sooden-Allendorf erfolgte nicht sogleich. „Ich habe mich schon immer für die Naturheilkunde interessiert, aber eher als Hobby. Erst etwas später kam ich darauf, dass sich mein Beruf mit diesem Hobby super verbinden lässt“, sagt Hoffmann.

Er beschloss daraufhin den Bad Sooden-Allendorfern etwas Besonderes anzubieten: Von den Bürsten über das Färbemittel, Shampoo und auch Haarspray - jedes Werkzeug des Friseurs besteht aus Bio-Produkten. „Theoretisch könnte man das Färbemittel auch bedenkenlos essen“, meint er laut auflachend, als er von den größtenteils pflanzlichen Bestandteilen seiner verwendeten Pflegemittel erzählt.

Je nach Interesse bietet er auch Haarbehandlungen an, die sich nach den Mondphasen richten. Sein Konzept kann Hoffmann knapp zusammenfassen: „Ankommen, wohlfühlen und etwas Gutes für den Körper und die Seele erleben.“ Dazu tragen sanfte Musik im Hintergrund, warmes Licht und die Gewissheit bei, dass sich seine Kunden mit einem ruhigen Gewissen die Haare schneiden lassen können. „Alles, was hier im Abfluss landet, schädigt nicht die Natur“, sagt Mathias Hoffmann. Er freue sich, dass er sich so seinen Beruf erhalten konnte.

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