Computerkurse für Ältere können fortgesetzt werden

Hilfe für Senioren am Computer: Da die Stadt den Workshop nur noch durch Übernahme von Strom- und Heizkosten unterstützt, berät Systemadministrator Andreas Werner, hier vorn mit Christiane Jung aus Hessisch Lichtenau am Notebook, die älteren Menschen neuerdings ehrenamtlich im Büro von Alexandra Kobusch (hinten rechts), der Leiterin des städtischen Seniorentreffpunkts. Kürzlich hatte der Kursus „hohen Besuch“: Kreisseniorenberaterin Mirijam Holzhauer und Bürgermeister Frank Hix schauen rein. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Fast wären die Computerkurse für Ältere in Bad Sooden-Allendorf dem Rotstift zum Opfer gefallen. Ehrenamtliches Engagement sorgt dafür, dass es weitergeht.

Der Rotstift der Badestadt, um aus dem Schuldenpfuhl zu kommen, hat auch vor dem kostenlosen Computer-Workshop für ältere Menschen nicht Halt gemacht. Unverhofft erhielt Kursleiter Andreas Werner kürzlich die Anweisung, künftig keine Arbeitsstunden dafür mehr zu nutzen.

Bürgermeister Frank Hix (CDU) begründet die Anordnung damit, dass man zunächst die Pflichtaufgaben erfüllen müsse und dies mit dem vorhandenen Personal schon kaum noch zu stemmen sei. Und Andreas Werner ist in der Stadtverwaltung als System-Administrator für die komplette EDV zuständig.

Doch die Senioren konnten aufatmen, auch wenn der Kursus nun nicht mehr jede Woche läuft: Werner nimmt sich seit Juni jeden zweiten Mittwochnachmittag frei und stellt sein umfassendes Fachwissen nun ehrenamtlich allen Hilfesuchenden zur Verfügung.

Immerhin darf der Raum, übrigens das Büro der Leiterin des städtischen Seniorentreffpunkts, weiter für zwei Stunden zum Internetcafé umfunktioniert werden, Strom und Heizung auf Stadtkosten werden am Mittwochnachmittag nicht abgestellt.

Ansonsten haben Geldinstitute die Einrichtung gestiftet, Spenden auch von Privatleuten sichern das Verbrauchsmaterial. So kann das Angebot des Treffpunkts - das mal von zwei, manchmal auch von acht Senioren genutzt wird - aufrecht erhalten werden.

„Es ist mir ein Anliegen, anderen zu helfen“, sagt Werner bescheiden. In 40 Jahren werde er vielleicht auch mal in den Treffpunkt kommen, lacht der 41-Jährige. Vor dem Problem, dass der PC zu Hause nicht funktioniert, stehen viele Senioren, weiß Werner. Mal will der Drucker nicht drucken, mal soll eine Konfiguration heruntergeladen, eine E-Mail-Adresse eingerichtet, eine Bahnauskunft im Internet gesucht und mal muss nur ein Haken richtig gesetzt werden. Sie kämen dann, berichtet Werner, mit kleinen Zetteln und teilweise eigenem Laptop vorbei - und nicht nur aus der Badestadt, sondern auch schon mal aus Witzenhausen, Eschwege und Waldkappel ins Internetcafé im Seniorentreffpunkt.

Christiane Jung kommt extra aus Hessisch Lichtenau, um im Internet surfen zu lernen und dann bestellen zu können. Das traue sie sich nicht zu, „wenn man nicht weiß, ob man was Falsches anklickt und dann was gekauft hat, was man gar nicht will“, verrät die 73-Jährige ihre Unsicherheit.

Edith Colberg aus Bad Sooden-Allendorf freut sich, dass man bei den eigenen Problemen geholfen bekommt: „Herr Werner weiß alles,“ sagt die 64-Jährige, die diesmal wissen will, wie sie ihre Fotos sortieren kann und das E-Mail-Programm schneller läuft. Auch Günther Bruhn lobt: Wichtig für ältere Menschen seien Programm, die einfach zu handhaben sind. Die Tipps von Andreas Werner seien „Gold wert und kostenlos“.

www.seniorentreff-bsa.de

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