Aktionswoche sammelt Stimmen

Umfrage: So genervt sind Schüler in Bad Sooden-Allendorf von Corona-Pandemie

„Corona ist doof“ – Auf einer Stellwand lassen Schüler der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf ihren Gedanken über die Pandemie und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben freien Lauf.
+
„Corona ist doof“ – Auf einer Stellwand lassen Schüler der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf ihren Gedanken über die Pandemie und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben freien Lauf.

„Corona ist doof, nervig und unnütz“ – das hat der 11-jährige Marvin auf der Pinnwand hinterlassen. Hier wollte der Jugendrat die Meinungen von Jugendlichen zur Corona-Pandemie sammeln.

Bad Sooden-Allendorf – Marvin hat damit zum Ausdruck gebracht, was so oder so ähnlich viele der jungen Leute an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf empfinden. Im Rahmen einer kreisweiten Aktionswoche zum Tag der Kinderrechte, eingefädelt von der Fach- und Koordinierungsstelle der Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis und gefördert von der Bundesregierung, haben Mitglieder des Jugendrates der Badestadt mehr als 30 Schüler im Alter von 10 bis 19 Jahren befragt, wie betroffen sie sich fühlen von der seit mehr als einem halben Jahr grassierenden Pandemie.

Auf Stellwänden in der Fußgängerzone Weinreihe in Sooden präsentierten am Montagnachmittag Schulsozialarbeiterin Lisa Schindewolf und Norbert Woltmann im Namen der örtlichen Jugendförderung das Ergebnis der freilich nicht repräsentativen Erhebung unter dem Motto „Und wer fragt uns?“

Trotz durchaus kritischer Anmerkungen gaben die jungen Leute weitgehend aber auch ihr Okay zu den staatlichen Maßnahmen, die eine Ausbreitung des Coronavirus stoppen sollen.

„Es nervt, dass sich alles nur noch um Corona dreht“, sagt die 18-jährige Mareike Ilkenhans. Man höre und lese nichts anderes mehr. Wichtige Themen wie der Klimawandel fielen hinten runter. Deshalb schaue sie sich im Fernsehen auch keine Nachrichten mehr an. Sie könne sich nicht mehr, wie gewohnt, mit ihren Freunden treffen, bedauert sie. Und während des Unterrichts in der Schule beeinträchtige die Maskenpflicht ihre Konzentration.

Der gleichaltrige Franz Kämmerer hält es für in Ordnung, dass die staatlichen Einschränkungen „so sind, wie sie sind“. Niemand nämlich könne die weitere Entwicklung voraussehen. Was ihm aber überhaupt nicht einleuchten will: In der Umkleidekabine bestünden Maskenpflicht und das Gebot, Abstand zu halten, nicht aber beim Sportunterricht in der Halle. Da sei „zumindest bis jetzt“ sogar Körperkontakt erlaubt.

Im Großen und Ganzen lerne man, mit den Einschränkungen zu leben, sagt der 18-Jährige. Allerdings befürchtet er, zu Weihnachten seine Großeltern nicht besuchen zu dürfen.

Mit Blick auf Silvester befürwortet er ein Verbot der Böllerei: „Feuerwerkskörper und Alkohol sind eine bedenkliche Kombination.“ Das sieht auch die 19-jährige Aileen Wallstein so: „Ich fände es gut, wenn man das verbietet.“ Die Krankenhäuser hätten schon genug zu tun. Ausdrücklich sprach sie sich für „eine bessere Wahrnehmung der Maskenpflicht“ aus, auch wenn das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes anstrengend sei.

Schade findet Aileen, dass die gastronomischen Betriebe geschlossen sind und bleiben. Als Servicekraft in einem Café hatte sie nämlich neben der Schule ihr Taschengeld aufgebessert. Diese Geldquelle ist vorerst versiegt.

Während des Wochenmarktes am Donnerstagvormittag sind Jugendrat und Schüler mit den Stellwänden wieder unterwegs, die dann in Allendorf Einblick geben in die Gefühlswelt der jungen Leute. Weitere Informationen zur kreisweiten Aktionswoche gibt es hier. (Chris Cortis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.