Jubilare heirateten 1956

Ehepaar Wolf feiert Eiserne Hochzeit: „Das hätten wir nie gedacht“

Seit 65 Jahren verheiratet: Walter und Ingeborg Wolf auf der Terrasse ihres Hauses in Allendorf.
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Seit 65 Jahren verheiratet: Walter und Ingeborg Wolf auf der Terrasse ihres Hauses in Allendorf.

65 Jahre glücklich verheiratet: Das schaffen nur ganz wenige Paare. Eins lebt in Bad Sooden-Allendorf: Ingeborg und Walter Wolf feiern am Donnerstag ihre Eiserne Hochzeit.

Bad Sooden-Allendorf – Ingeborg Wolf blickt himmelwärts, als wolle sie dem Allmächtigen danken. „Das hätten wir nie gedacht“, sagt sie und meint die 65 glücklichen Ehejahre, die sie mit ihrem Mann Walter verbracht hat. Die 86-Jährige und der fast 92-Jährige feiern am Wochenende im Familienkreis ihre Eiserne Hochzeit.

Die Gemeinsamkeiten des Paares sind schicksalhaft. Beide wurden als Folge des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat vertrieben – sie aus Beuthen, einer Industriestadt in Oberschlesien, er aus Luditz im Sudentenland.

Als Katholiken im Glauben tief verwurzelt, lernten sich beide 1952 bei der kirchlichen Jugendarbeit in Fulda kennen. Ein Jahr später war klar: Es ist die große Liebe. Hochzeit gefeiert wurde 1956 in Bebra, wohin es Ingeborgs Familie nach vielen Wirrungen verschlagen hatte. Da hatte die Familie des Bräutigams längst Wurzeln in der Kurstadt geschlagen, die nun auch gemeinsame Heimat für die frisch Vermählten wurde.

Im Juli 1956: Für Ingeborg und Walter Wolf läuteten die Hochzeitsglocken.

Als Sohn eines Steuerberaters trat Walter Wolf beruflich in die Fußstapfen seines Vaters, der als Vertrauensmann der Flüchtlinge zu den Gründern der Luditzer Heimatstube in Sooden gehörte. Am Tag der Eröffnung einer Apotheke in Allendorf heuerte Ingeborg dort als pharmazeutisch-technische Assistentin an. Als das Paar mit Jutta (heute 62) und Jochen (61) Nachwuchs bekam, baute es Haus und Büro an der Rothesteinstraße. Zehn Jahre später folgte ein Erweiterungsbau. Zwischenzeitlich erblickte Sohn Rainer das Licht der Welt, der mit Familie heute in der Schweiz lebt.

Großes Faible fürs Tanzen

Tanzen, Wandern, Reisen –das waren die großen Leidenschaften der Jubilare. Als Mitglieder des Tanz-Clubs Eschwege haben sie kaum einen der großen Bälle in der Region ausgelassen. Wanderurlaube mit Freunden gehörten zum festen Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender. Und mit Kind und Kegel ging es mal an die Ostsee, mal an die Adria oder in die Tiroler Berge.

Apropos Berge: Noch heute kann sich Ingeborg über sich selbst amüsieren, wenn sie sich daran erinnert, wie sie und ihr Mann in jungen Jahren vom Stubaital aus den 2719 Meter hohen Berg Serles erklommen. Bei der Rast auf dem Gipfel trafen sie auf ein Paar, das gerade silberne Hochzeit hatte. Die Frau sei völlig erschöpft gewesen. „Wie kann man eine so alte Frau den Berg hochjagen?“, habe sie im Stillen gedacht. Ist halt alles relativ.

Was sie an ihrem Mann am meisten schätze? Ingeborg Wolf: „Seine Ausgeglichenheit. Wir haben uns immer gut einigen können und alles gemeinsam gemacht, auch wenn er manchmal etwas ungeduldig ist.“ Und umgekehrt? „Ihr Liebreiz, ihre Zuverlässigkeit. Ohne sie geht nichts.“ Wenn an diesem Wochenende gefeiert wird, gratulieren neben den Kindern auch acht Enkel und sechs Urenkel, darunter die erst sechsmonatige Hanna und als ältester der zwölfjährige Malte. (Chris Cortis)

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