Stille Protestaktion der Bürgerinitiative mit weißen Kreuzen

Deutlich sichtbare Zeichen gegen Suedlink-Trasse in Bad Sooden-Allendorf

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Front gegen Suedlink: Bürgermeister Frank Hix (von links), BI-Sprecher Stefan Heuckeroth-Hartmann und Vorstandsmitglied Marco Eichenberg entrollen eine Papierbahn. 

Mit überdimensionalen Kreuzen, die sie in Form von 25 Meter langen weißen Papierbahnen im Boden verankerten, haben Gegner der geplanten Mega-Stromtrasse protestiert, die nach den Plänen der Netzbetreiber TenneT und Transnet BW möglicherweise auch durch den Werra-Meißner-Kreis führen soll.

Am Sonntag markierten Mitglieder der Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink zum Teil mit Tapetenrollen den möglichen Verlauf der verhassten Trasse zwischen Oberrieden und Bad Sooden-Allendorf und setzten so ein optisches Zeichen für eine dezentrale Energiewende.

Sie schlossen sich damit einem bundesweiten Aktionstag an, der sich aktuell gegen ein so bezeichnetes Planungssicherstellungsgesetz richtet, mit dem nach Überzeugung der Kritiker im Zeichen der Coronakrise die Öffentlichkeitsbeteiligung „rechtswidrig unterhöhlt wird“. Zur Begründung heißt es, wegen Corona hätten in den letzten Wochen während der Einwendungsfrist die Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum reduziert werden müssen. Daher habe es keine Möglichkeit zu einem fachlichen Austausch gegeben. Gefordert wird deshalb eine Aussetzung des Verfahrens bis zum Ende der Ausgangsbeschränkungen.

Vor Ort bekräftigte BI-Sprecher Stefan Heuckeroth-Hartmann die Kritik am Vorhaben der Netzbetreiber, die über Höchstspannungsleitungen unter der Erde Windenergie vom Norden bis in den Süden der Republik liefern wollen.

Eine solche Stromtrasse mit einem Kostenvolumen von 100 Milliarden Euro diene ausschließlich dem europäischen Stromhandel inklusive Atom- und Kohlestrom. Letztlich zahle dafür der Verbraucher mit exorbitant steigenden Strompreisen, die sich sozial schwache Haushalte nicht mehr leisten könnten.

Konkret würde die Stadt Bad Sooden-Allendorf auch in ihrer Siedlungspolitik behindert, weil über und in der Nähe der Trasse eine Bebauung dann nicht mehr möglich sei. Als erklärter Suedlink-Gegner erneuerte Bürgermeister Frank Hix seine Befürchtungen um die Solequellen. Die Stadt lebe von Natur und Tourismus. Dem stehe die Stromtrasse diametral entgegen.

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