Sanierung

Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf investieren 450 000 Euro in die Kläranlage

Zwei Männer stehen an einer Betonbrüstung, hinter ihnen eine Transportschnecke von der Kläranlage in Bad Sooden-Allendorf.
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Bei der Arbeit: Turgaj Eredzhebov (links) und Alic Almir von einer Kasseler Bautenschutz-Firma rücken dem brüchigen Beton am Schneckenpumpwerk zu Leibe.

Bad Sooden-Allendorf – Saniert wird gegenwärtig die Kläranlage in Bad Sooden-Allendorf.

Seit Ende der 1960er Jahre und nach ihrer Erweiterung 30 Jahre später nimmt sie das Schmutz- und Regenwasser aus der Kernstadt sowie aus den Stadtteilen Ellershausen, Ahrenberg, Kleinvach, Weiden und Orferode auf – pro Jahr etwa eine Million Kubikmeter.

Die Stadtwerke lassen sich die voraussichtlich neunwöchigen Arbeiten rund 450 000 Euro kosten, verdeutlichten bei einem Ortstermin am Dienstag Stadtwerke-Chef Wolfgang Grunewald, Betriebsleiter Carsten Gilch und Tiefbautechniker Klaus-Peter Oldeland.

Konkret geht es um die Sanierung der betonierten Einfassung des gesamten Schneckenpumpwerks, weil im Laufe der Zeit die Oberfläche des Baustoffs brüchig geworden ist. Während die beiden größeren Schnecken, die das Regenwasser transportieren und nur sporadisch arbeiten, noch in Ordnung sind, müssen die zwei kleineren Schmutzwasserschnecken komplett erneuert werden. Sie sind nach fast 30-jährigem Dauerbetrieb verschlissen. Die Schwierigkeit: Alle Arbeiten müssen im laufenden Betrieb erfolgen. „Wir können nicht abschalten, sonst steht in wenigen Stunden das Schmutzwasser samt Fäkalien in den Wohnungen der Einwohner“, erläuterte Grunewald.

Deswegen wurde schon im vergangenen Jahr im Zulauf der Kläranlage eine fünf Mal drei Meter breite und 3,50 Meter tiefe Betonwanne in den Boden gepflanzt, um die Pumpen aufzunehmen, die vorübergehend die Arbeiten des Schneckenpumpwerkes übernehmen, die ankommenden Wassermengen auf das Niveau der Klärbecken heben und dabei einen Höhenunterschied von vier Metern überwinden. Während die Schmutzwasserpumpen pro Minute maximal 7500 Liter pro Minute befördern können, haben die Regenwasserpumpen eine Leistungskraft von 72 000 Litern in derselben Zeit. Grunewald: „Das ist so viel, wie 40 Löschfahrzeuge der Feuerwehr schaffen.“ Nach Abschluss der Arbeiten Anfang oder Mitte September werden die Pumpen wieder abmontiert, die sich die Stadtwerke von einer europaweit operierenden Spezialfirma in Hannover ausgeliehen haben.

Die Sanierung der Kläranlage, versicherte der Chef der Stadtwerke, werde für den Verbraucher keinerlei Auswirkungen auf den Wasserpreis haben, der für Trinkwasser gegenwärtig bei 1,78 Euro pro Kubikmeter liegt, für Schmutzwasser bei vier Euro. Für laufende Unterhaltungsmaßnahmen und Neuinvestitionen hielten die Stadtwerke ständig einen niedrigen siebenstelligen Betrag parat.  

Probleme mit Textilien und Essensresten

„Wir werden der Sache nachgehen und versuchen, die Verursacher zu ermitteln.“ Das sagt Betriebsleiter Carsten Gilch, nachdem er jetzt aus der Kläranlage in Bad Sooden-Allendorf Dinge herausfischen musste, die dort partout nicht hinein gehören: Reste von Gardinen, Unterwäsche, Hosen, Tischdecken und Handtüchern.

Textilreste zeigen hier Wolfgang Grunewald (von links), Carsten Gilch und Klaus-Peter Oldeland.

Die Textilien könnten leicht die Pumpen lahmlegen, wenn sie sich um deren Laufrad wickelten, zeigte er keinerlei Verständnis für jene Zeitgenossen, die sich dieser Dinge über die Kanalisation entledigten. Wie genau sie das machten, ist für Gilch noch ein Rätsel. Über die Toilettenspülung sei das nur schwer vorstellbar, weil das WC vermutlich im Nu verstopft wäre. „Das geht eigentlich nur, wenn ein Schacht oder ein Gully geöffnet wird“, glaubt er an ein vorsätzliches Tun.

Mit Essensresten, die in die grüne Tonne gehörten – ���Manchmal kommen hier ganze Menüs an.“ - werde die Kläranlage noch fertig, warnt der Betriebsleiter zugleich aber vor einem Anlocken von Ratten. Ebenfalls tabu für die Kanalisation seien Medikamente, Lacke, Öle, Feuchttücher, Artikel der Damenhygiene oder Kondome.

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