Kritik von Badestädter FDP und Grünen

Die Therme in Bad Sooden-Allendorf öffnet ab 15. Juli

Vor dem Außenbecken der Werratal-Therme Bad Sooden-Allendorf stehen von links Bürgermeister Frank Hix, Therme-Betriebsleiter Patrick Gerlach und Dehoga-Kreisvorsitzender Christian Pelikan und halten einen Rettungsring.
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Rettungsring mit Symbolkraft: Bürgermeister Frank Hix (von links), Therme-Betriebsleiter Patrick Gerlach und Dehoga-Kreisvorsitzender Christian Pelikan hoffen auf bessere Zeiten für die Badestadt.

Nach viermonatiger Zwangspause, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, wird die Werratal-Therme in Bad Sooden-Allendorf ab Mittwoch, 15. Juli, wieder geöffnet.

Das gaben am Wochenende Bürgermeister Frank Hix und Betriebsleiter Patrick Gerlach bekannt.

Obwohl vom Magistrat befürwortet, ist die Öffnung nicht unumstritten. Die Stadtverordneten von FDP und Grünen hatten sich gegen eine Wiedereröffnung ausgesprochen.

Den Schritt wagt die Stadt in dem Bewusstsein, dass wegen einer stark einzuschränkenden Besucherzahl bei gleichzeitig hohen Energie- und Personalkosten die jetzt schon aufgelaufenen Verluste in einem mittleren sechsstelligen Euro-Bereich sich bis zum Jahresende in einer Größenordnung auswachsen, die das Defizit im Vergleich zu den Vorjahren laut Hix „mindestens verdoppeln“. Öffne die Therme aber nicht, sei mit einem „irreparablem Imageschaden“ zu rechnen. Gerade jetzt, da der Deutschland-Tourismus boome, müsse sich die Stadt als Kur- und Tourismusstandort wieder am Markt positionieren.

Das sieht auch Markus Hamp so. Der kaufmännische Direktor und Verwaltungsleiter von Werra- und Kurhessen-Klinik berichtet von zunehmenden Beschwerden, da in vielen Orten ringsum vergleichbare Einrichtungen wieder in Betrieb gegangen seien. Viele Patienten und Begleitpersonen nutzten in ihrer Freizeit die Werratal-Therme, die „ein wichtiges Aushängeschild“ der Stadt sei, sagte Hamp auch im Namen der Klinik Hoher Meißner.

Auch unter Berücksichtigung des Defizits sei die Therme-Öffnung „ein Signal in der Krise“, stärke die touristischen Betriebe und somit alle Gewerbetreibenden am Ort, befindet Christian Pelikan. Der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes beziffert den Umsatzverlust im April auf über 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In der Beherbergungsbranche liege dieser Wert sogar bei mehr als 88 Prozent.

Erhebliche Bedenken hat dagegen die FDP. Fraktionschef Dr. Hartmut Dunkelberg vermisst im Hygienekonzept der Therme Hinweise auf den Umgang mit Rollstuhlfahrern, die namentliche Erfassung der Badegäste, hinterfragt die Auswirkungen von Lüftungsprozessen im klimatisierten Raum und fügt mit Blick auf eine mögliche Virusinfektion hinzu: „Wenn was passiert, ist das für die Stadt und die Kliniken hoch peinlich.“ Das Hygienekonzept, so das Urteil des Mediziners, sei „noch nicht ausgereift“. Dunkelberg forderte erneut ein Kooperationskonzept zwischen Stadt und Klinken.

Für die Grünen machte Fraktionschef Michael Siedler klar, bei stark eingeschränkter Besucherzahl werde sich das Defizit der Therme „selbst unter günstigsten Bedingungen“ verdoppeln. Das sei nicht zu verantworten.

Nach dem Hygienekonzept vom 15. Juni, können sich in der Therme maximal 60 Badegäste gleichzeitig aufhalten. Weil Reservierungen nicht möglich sind, bedeutet das, dass Besucher auch abgewiesen werden können oder Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.  

Von Chris Cortis

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